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Willkommen
'im-Jagdrevier.de' |
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Hier
schreibe ich Kapitel für Kapitel das Online-Handbuch für die Jagdpraxis.
Die Kapitel werden sukzessive zu thematischen E-Bokks zusammengefasst. |
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Suhlen gehört zu den liebsten Bedürfnissen und
Beschäftigungen von Rot- und Schwarzwild. In Revieren mit lehmigen, tonigen Böden gibt
es meist genügend Suhlen. Andernfalls helfen wir auch einfach ein wenig nach und stauen
an feuchten Stellen geringfügig das Wasser, heben auch eine kleine Grube aus und bieten
so künstliche Suhlen an. Jede matschige Pfütze kann bei Rot- oder Schwarzwildvorkommen
zur Suhle umfunktioniert werden. Sollte die künstliche Suhle im Sommer austrocknen,
müssen wir eventuell mit einer Fuhre Wasser Abhilfe schaffen. Wer Niederschlagswasser
auffangen oder einen kleinen Bach anzapfen kann, hat diese Sorge nicht. Schwieriger ist
es schon, in sandigen oder steinigen Revieren Suhlen anzulegen. Hier hilft oft nur die
künstliche Suhle. Dazu müssen wir eine zimmergroße oder größere Fläche einen knappen
Meter ausheben und eine Lage Beton einarbeiten, den wir mit einer Folie oder einem
Anstrich abdichten. In diese schalenförmige Grube muß Lehm gefahren werden, der in
Abständen, wenn der normale Niederschlag nicht ausreicht, mit einer Fuhre Wasser
angefeuchtet werden muß.
Graben wir die Grube tiefer, dann reicht auch Teichfolie ohne Beton. Sie muß so tief
eingearbeitet sein, daß das Rotwild mit seinen Schalen die Folie nicht beschädigen kann.
Wenn wir davon ausgehen,daß auf einen Quadratmeter rund 1/2 Kubikmeter Wasser füllt,
kommen bei einer Suhle schon leicht 2 bis 3 Kubikmeter zusammen. Legen wir seitlich der
Suhle, durch eine Einzäunung geschützt, noch 10 Quadratmeter Folie aus, liefert uns
diese noch etwa 5 Kubikmeter Wasser im Jahr. Das dürfte auch für trockene Jahre reichen
.
Abschließend noch eins : Alle Suhlen sollten von Ästen und spitzen Steinen
freigehalten werden, das Wild dankt es Ihnen durch regelmäßige Annahme.
Zu jeder Suhle gehört ein Malbaum, an dem sich das Wild nach dem Bad in der Suhle
scheuern kann.
Malbäume sind für den kundigen Jäger wie ein aufgeschlagenes Buch. Er kann die
Größe des Wildes daran ablesen, sieht ob Rot- oder Schwarzwild da war, kann zwischen
Keiler und Bache unterscheiden, zwischen Kahlwild und Hirsch.
Brandstellen im Wald haben schon immer auf alles Wild eine große Anziehungskraft, dort
finden wir Asche und Holzkohlenteer. Dieser gilt als altes und bewährtes Heilmittel.
Deshalb holen wir unseren Holzkohlenteer auch kiloweise aus der Apotheke oder vom
Jagdversand.
Mit einer alten Bürste, Plastikhandschuhe nicht vergessen - streichen wir den
Holzkohlenteer an die Malbäume rund um die Suhle. Nicht an jeden, allenfalls an jeden
zweiten oder dritten. Es wird nicht lange dauern, bis Rot- und Schwarzwild diese Bäume
annehmen und aufsuchen.
Damit der Teer nicht so leicht abgestreift wird, können wir senkrechte Rillen mit der
Motorsäge in den Stamm fräsen. Das Wild kann den Teer so nicht abscheuern und wir
müssen den Belag seltener erneuern.
Wer keinen passenden Malbaum hat, kann sich einen Stamm, beispielsweise einen Abschnitt
eines Telefonmastes in den Boden einlassen, mindestens aber einen Meter tief und mit
Steinen festgepackt, sonst steht er nicht lange. |
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Sobald sich auf schlammigen Wegen Pfützen bilden, finden sich die
Sauen zum Suhlen ein.
In unmittelbarer Nähe finden sich auch geeignete Malbäume. Die Höhe der Schlammspuren
weisen auf geringe Sauen hin. |
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Wer solche Strommasten im Revier stehen hat, kann sich jagdlich
glücklich schätzen. Die geteerten Pfosten wirken wie Magnete auf Rot- und Schwarzwild.
Höhe und Verteilung des Schlamms zeigen, dass sowohl Schwarzwild als auch Rotwild den
Stmm aufgesucht haben. Darunter auch schwächere Hirsche, wie die vom Geweih in mittlerer
Höhe verursachten Kratzer zeigen. Wer genau hinschaut findet auch Borsten und Haar als
zusätzlichen Hinweis auf die Besucher. |
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Hier sind die Vorpächter dem Wild dicht auf die Decke bzw. Schwarte
gerückt. Wer seinen Sitz in halber Schrotschussentfernung zur Suhle platziert, darf
sich nicht wundern, wenn das Wild bald den Platz nur aufsucht, wenn der Jäger weit weg
ist. An dieser Suhle hat die Zeit für das Wild gearbeitet. Seit die Kanzel baufällig und
fast eingewachsen ist und nicht mehr bezogen werden kann, nutzt das Wild auch wieder die
Suhle. Verlässlich fast über ganze Jahr angenommen ist auch die große
Suhle im östlichen Revier. Am aufgewühlten Schlamm im Wasser kann man erkennen, wann
Sauen da waren und von welchem Kaliber sie waren. Auf diesem Bild ist das Wasser schon
relativ klar. Für den Jäger heißt das: Die Sauen waren nicht in der letzten, wohl aber
in der vorletzten Nacht an der Suhle. |
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Beim Bau der Kanzel im Hintergrund hatten die früheren Pächter zwar
die Suhle im Auge, weniger jedoch den Wind. So ist es trotz der relativ dichten Kanzel nur
bei Ostwind möglich, dort auf Sauen anzusitzen. Der vorherrschende Westwind drückt die
Witterung des Jägers direkt zur Suhle hin. Wir denken deshalb über einen veränderten
Standort und eine größere Kanzelhöhe nach. Hochwild, das aus der Suhle kommt, schätzt
es, sich an Bäumen mit rauher Rinde kräftig zu scheuern. Es geht ihm sicherlich darum,
sich von allen möglichen Plagegeistern zu befreien. Besonders schätzt es suhlendes Wild,
sich an geteerten Stämmen zu reiben. Wo noch die alten hölzernen, mit Teer gegen
Fäulnis imprägnierten Telefon- oder Lichtmasten stehen, kann man beobachten, wie diese
gezielt von Rot- und Schwarzwild zur Körperpflege aufgesucht werden. |
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An den beiden oberen Malbäumen haben nicht nur geringe Sauen ihre Schwarte
gescheuert.
Höhe der Schlammspuren und die Stammverletzungen zeigen den Besuch so manchen Keilers an.
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Die kleineren Sauen geben sich schon einmal mit einem Baumstubben zufrieden.
Aus der unterschiedlichen Höhe der Schlammspuren lassen sich Stärke und Alter ablesen.Malbäume
heißen sie, weil das Wild sie mit Schlamm bemalt, weil es sein Bild auf den Stamm malt,
seine Visitenkarte hinterlässt. Wer Malbäume aufmerksam studiert, dem erzählen sie,
welches Wild seine Decke bzw. Schwarte an ihnen gerieben hat. Man findet Haare und
Borsten, die Rückschlüsse auf das Wild geben, das hier Wohlbefinden gesucht hat. Man
findet aber auch die Einschläge der Keilerwaffen und die Kratzer der Geweihsprossen. An
deren Ausprägung lassen sich neben den in den Boden rund um den Malbaum eingestanzten
Tritte recht genaue Rückschlüsse auf die Stärke von Keiler und Hirsch
schließen.
Jäger erhöhen die Anziehungskraft der Malbäume, indem sie deren Fuß mit
Holzkohlenteer einstreichen. Holzkohlenteer ist ein Stoff, der bei schwelender Verbrennung
entsteht. Er kommt überall dort - praktisch natürlich - im Wald vor, wo Forstarbeiter
Holzabfälle verbrennen. Solche Brandplätze sind mit ihrer Asche und dem angefallenen
Holzkohlenteer ein Magnet für alles Wild. Gleiches gilt auch für alte und neue
Köhlerplätze, an denen Holz zu Holzkohle verschwelt wird. |
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Salzlecken |
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Am einfachsten ist es, den Salzstein auf einem Stubben auszulegen. Vorteilhafter und vor
dem Fuchs geschützt plaziert man den Salzstein auf einem geköpften Stamm in luftiger
Höhe. Ein Nagel sichert den Stein. Das Wild holt sich das Salz in geringer Konzentration
am Stamm.
Salzlecken galten schon bei den Naturvölkern als aussichtsreiche, erfolgsversprechende
Ansitzplätze. Auch Hemingway hat an der Salzlecke im afrikanischen Busch auf Kudus
gelauert. Wir bieten heute unserem Wild Salz in verschiedener Form an: als loses Salz,
Bruchsalz und als industriell geformte Salz- bzw Mineralsteine
Loses Salz arbeiten wir in einer Holzkiste oder einem anderen Gefäß in mit Wasser
angereichertem Lehm ein. Diese Erdsulzen oder Lehmsulzen werden von allem Wild bis hin zu
den Tauben gerne aufgesucht und angenommen. Ein Nachteil ergibt sich durch ihren niedrigen
Stand, sie werden sehr gerne und leicht vom Fuchs mit Losung beschmutzt.
Dieses Problem stellt sich bei höher angelegten Salzlecken nicht. Deshalb versuchen
wir, unser salz möglichst hoch anzubringen, auf hohen Stubben, abgeschnittenen
Baumstümpfen oder eingegrabenen Pfosten. Es ist dabei nicht notwendig, daß das Wild
direkt am Salz lecken kann, denn der Regen spült genug Salz am Stamm entlang, so daß das
Wild ausreichend Salz aufnehmen kann.
Industriell gefertigte Lecksteine lassen sich leicht anbringen, sie haben ein Loch in
der Mitte.Entweder schlagen wir auf einem Baumabschnitt in 1 bis 2 m Höhe einen Nagel
ein, auf den wir den Stein stülpen, so daß er nicht mehr heruntergestoßen werden kann,
oder wir ziehen ein Seil durch die Öse des Steins und binden ihn einfach irgendwo an
einen Baum.
Für Bruchsalz nageln wir einen Korb um einen Stammabschnitt, damit die Salzbrocken
nicht herunterfallen können.
Halten Sie jetzt noch den Boden um den Salzstock herum frei, können Sie leicht an den
Fährten erkennen, wer die Salzlecke heimlich besucht. |
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Kirrungen |
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Eine andere Art der Lockjagd ist die Kirrjagd. Bei den Aufnahmen handelt es sich um Bilder, die im Laufe der letzten 20
Jahre aus verschiedenen Revieren zusammengetragen habe.

Diese Kirrung in meinen neuen Revier habe ich nicht übernommen, sondern sogleich
stillgelegt. Kirrungen am falschen Platz richten mehr Schaden an als sie Nutzen
bringen. Eine Kirrung mitten im Einstand bringt bei Beschickung und Bejagung so viel
Störung,
dass das Wild mit jedem Jagderfolg heimlicher wird. Kirren hilft, das Wild präzise
anzusprechen und schussgerecht zu stellen. |
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Bei der Kirrjagd wird das Wild mit kleinen Mengen leckeren Futters beigelockt. Mais
ist inzwischen zum Standard-Kirrfutter geworden. Mais-Körner sind haltbar, nahrhaft und
beim Wild begehrt. Weizen oder Gerste tun ähnlich gute Dienste. Hie und da haben Jäger
auch nahe Beziehungen zu Gemüsehändlern und Großmärkten. Da kann es schon einmal sein,
dass der Keiler mit Feigen oder Erdnüssen angekirrt wird. Und damit sind wir schon bei
dem Wild, das besonders gerne angekirrt wird, beim Schwarzwild.
Von Anglern kennt man schon lange, dass sie beim Fang von Fischen auf
Futter vertrauen. Das gilt beim Fang von Karpfen genauso wie beim Hechtfang oder der
Fliege beim Forellenangeln. Von der Jagd kannte ich das weniger, bis ich dann bei den
Gesprächen nach dem Ansitz genauer hinhörte und heraushörte, dass schon immer bei
der Sauenjagd mit Futter nachgeholfen wurde. Eimal erlebte ich, wie ein Jagdfreund ein von
einem anderen Freund im August gestreckten Feisthirsch in den Äser schaute und sich dann
so beiläufig über die in dessen Revier so früh reifen Äpfel wunderte.
Waldjäger, vor allem Förster, haben es bei der Jagd immer ein wenig
leichter. Sie betreuen die Waldreviere mit meist großen Dickungskomplexen, in denen sich
Rot- und Schwarzwild vertrauter geben und leichter bejagbar sind. Feld- und
Wald-Feld-Rand-Jäger mussten und müssen sich ihre Jagdchancen bei der Schwarzwildjagd
mit Kirrungen verbessern.
Lange Zeit war ich kein Freund der Jagd an Kirrungen. Inzwischen habe
ich meine Meinung geändert und halte die Jagd an Kirrungen - so sie fair und sauber
ausgeführt wird- für die schonendste Möglichkeit, Wildbestände im Griff zu
behalten und so genau wie möglich den Wahlabschuss zu erfüllen. Wild kann nur beim
vertrauten Äsen so exakt wie möglich und zu präzise wie möglich bejagt werden. An
Kirrungen und den im Prinzip gleich gestellten Äsungsflächen ist es möglich, das
Wild in Ruhe und so präzise zu treffen, dass unsere modernen Patronen ihre volle Wirkung
entfalten und das Wild im Schuss verendet.
Bei sich bewegendem oder gar flüchtigem Wild sind stets viele
Unwägbarkeiten im Spiel und ein guter Teil der beschossenen Stücke kommt erst nach
mehreren Schüssen oder gar nach langer Nachsuche zur Strecke. Bei allen Vorbehalten gegen
die Jagd auf Äsungsfächen und an Kirrungen sollte man stets den tierschonenden
Aspekt der stillen Kirrjagd im Auge behalten.
Hinsichtlich der Anlage von Kirrungen sollte man immer an das Prinzip
des möglichst guten Ansprechens und des sauberen Schusses denken. Deshalb ist es
sinnvoll, an der Kirrung mehrere kleine Futterplätze einzurichten, um Rudel oder Rotte zu
entzerren. So kann klar angesprochen und gefahrlos für die übrigen Stücke geschossen
werden.
Die abgebildete Kirrung aus einem herrschaftlichen Revier erfüllt
diese Kriterien nicht. Zwar stehen die Stücke gut zum Ansprechen, jeder Schuss auf eines
der vorderen Stücke würde aber unmittelbar eines der dahinter stehenden Stücke
gefährden. |
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Bedenke das Ende: Ein Stück am
Anschuss, zwei Stücke zur Nachsuche !
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Hier hat es der Revierjäger gut gemeint aber falsch
gemacht. Sicherlich kann man eine Rotte entzerren, wenn man den Mais auf viele kleine
Häufchen verteilt. Hier kann die gute Absicht böse Folgen haben. Stehen die Sauen
an der Kirrung, so kann man hier kaum verantwortlich schießen. Durchschlagende
Geschossteile gefährden die weiter hinten stehenden Stücke.
Die Kirrplätze dürfen nicht hintereinander angeordnet sein, sie
müssen nebeneinander, zumindest aber versetzt zueinander angelegt werden. Nur dann
gefährdet der Schuss keine weiteren Stücke.
Wer nicht regelmäßig Zeit hat, seine Kirrungen zu beschicken, nutzt
Vorrichtungen, die den Sauen ihre Maisportion auf Anfrage abgeben. Hier sind der
Erfindungsgabe kaum Grenzen gesetzt. Die beiden abgebildete Futterfässer konnte ich
vor Jahren im Hintertaunus in fremden Reveren fotografieren. Wer keine so guten
Beziehungen zu Brauereien hat, findet heute überall Kanister und Fässer
unterschiedlichen Materials, die sich mit wenig Aufwand zu Kirr-Fässern herrichten
lassen. |
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Während das Fass auf dem linken Bild frei auf einer ebenen Fläche bewegt werden
kann, ist das Fass auf dem rechten Bild wegen der Hanglage des Kirrplattzes angekettet. |
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Eine andere patente Konstruktion bietet Platz für
einen ganzen Sack Mais. Durch die seitliche Plexiglasscheibe ist der Füllstand schon von
weitem zu erkennen. Das den Sauen zugängliche Pendel kann so eingestellt werden, dass
täglich nur begrenzte Futtermengen zugänglich werden. Die Befüllung erfolgt bei
angehobenem Deckel.
Mit der Motorsäge geschnittene Blumentröge haben mich auf die Idee gebracht,
Kirrungströge für Sauen aus Stämmen zu schneiden. Sie ersetzen zwar nicht die im Handel
erhältlichen Sautrommeln, verhindern aber, dass sich Rehwild, Eichhörnchen und Vögel
über Tag am ausgestreuten Futter bedienen und den Sauen nichts übrig bleibt.
Während des Motorsägen-Workshops haben wir ein wenig experimentiert.
Herausgekommen sind zwei interessante Behälter, die sich optimal der Natur
anpassen und die ausgelegten Kirrkörner perfekt vor Wild, Vögeln und Mäusen schützen.
Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, den Trog zu bedienen. Das dauert
eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen und muss dann bei anderen Sauen
neu trainiert werden. Bei der letzten Drückjagd ist praktisch unsere komplette
standorttreue Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist das KnowHow des
Trogöffnens verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an Tröge, Stämme und
Klötze. |
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Zunächst stelle ich Ihnen den Sauentrog vor: |
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Schaffen Sie eine sichere Unterlage und längen Sie einen Stamm auf
+/- 80 cm. Schneiden Sie ihn links und rechts zu 40% ein, tauchen Sie die Säge ein
...und schneiden Sie wie abgebildet den Deckel des Troges aus. |
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Schneiden Sie die Ränder der Trogwanne ca. 10cm tief ein und sägen
sie den Trogklotz mit horizontalem Schnitt heraus.Wenn Sie nun den losen Klotz
herausnehmen, die Trogwanne mit einer Handvoll Mais beschickenund den Deckel
auflegen, haben Sie einen funtionellen, wild- und mäusesicheren Sauentrog. |
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Eine rollende Alternative zum Sauentrog ist die Sauenrolle. Man
braucht nicht mehr als einen 50-80 cm langen Stammabschnitt, eine scharfe Säge und
eine Viertelstunde Zeit, um diese interessante Kirrungs-Rolle zu schneiden und
zusammenzubauen. |
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Schneiden Sie eine Stammscheibe als Deckel für die zukünftige Saurolle.Tauchen Sie
die Säge von der Kopfseite in den Stamm und schneiden einen Quader aus. |
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Lösen Sie den Quader aus dem Stamm,indem Sie ihn von der Seite
ausschneiden.Je nach Eintauchtiefe finden 1-3 kg Mais Platz.Mit dem Bohrer des
Kombigerätes bohren Sie eine Reihe von Löchern bis in den Hohlraum.Bohren Sie ein Loch
durch den Deckel und etwa 5 cm in den Stamm.In dieses Loch drehen Sie später eine massive
Holzschraube. Fertig ist die Sauenrolle. |
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Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, die Sauenrolle zu
bedienen. Das dauert eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen und muss
dann bei anderen Sauen neu trainiert werden. Bei der letzten Drückjagd ist
praktisch unsere komplette standorttreue Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist
das KnowHow des Trogöffnens verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an
Tröge, Stämme und Klötze. |
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Der Sauen-Teller
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Sauenteller mit Abdeckung sind ein probates preiswertes Mittel, Sauen Mais anzubieten
und gleichzeitig anderes Wild und vor allem Vögel daran zu hindern, sich an der Kirrung
zu bedienen.
Sicherheits-Hinweis:
- Schneiden Sie zuerst die Vertiefung beim
Stamm-Abschnitt aus.
- Sägen Sie erst dann die Tellerscheibe ab.
- Zu dünne Baunmscheiben können beim Aussägen wandern.
- Auf keinen Fall Teller mit dem Fuß beim Sägen fixieren. Verletzungsgefahr.
Eine andere, ganz einfache aber ebenfalls effektive Variante ist der Sauenteller.
Bei uns im Wald bleiben nach Forstarbeiten regelmäßig die für den Holzschnitt nicht
verwertbaren Stammfüße liegen. In wenigen Minuten kann man aus geeigneten Stammfüßen
mehrere Stammscheiben schneiden. Mit 4 Tauchschnitten schneiden wir dann eine einfache
pyramidenförmige Vertiefung in jede 2 Scheibe. . Diese
Vertiefung ist geeignet, eine Handvoll Mais aufzunehmen. Um zu verhindern, dass die
Maiskörner von anderem Wild oder von Vögeln aufgenommen werden, decken wir den
Futterteller einfach mit einer zweiten Holzscheibe ab. |
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Stammscheiben schneidenPyramidenförmig ausschneidenMais
einfüllenAbdecken und mit Erde tarnen. Schlamm verrät die Beasucher.
Eine einfache Fernkontrolle |
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Sind die Sauen im Revier schon daran gewöhnt, Mais aus diversen Vorratsbehältern
aufzunehmen, werden sie die Sauenteller sehr schnell annehmen. Wenn nicht, müssen sie
erst lernen, den Deckel von den Sauentellern herunterzustoßen. Das erreichen wir sehr
schnell, indem wir unter und rund um den Sauenteller Maiskörner streuen. So stoßen Sauen
die ganze Vorrichtung zufällig bei der Körneraufnahme um. Lernfähig, wie Sauen sind,
begreifen sie schnell, dass in den Futtertellern leckere Körner auf sie warten. Es dauert
in aller Regel nur wenige Tage, bis die Sauen-Teller verlässlich angenommen werden.
Allerdings funktioniert die schnelle Annahme nur an Plätzen, die Sauen schon regelmäßig
aufsuchen. Zur Einrichtung eines neuen Kirrungsplatzes sind Sauenteller weniger
geeignet.
Allerdings muss man den Sauen erst beibringen, die Teller zu
bedienen. Das dauert eine Weile. Das KnowHow kann aber auch verlorengehen wenn die
bedienungsfähigen Sauen erlegt werden. Dann muss man die anderen wieder langsam
antrainieren. Bei der letzten Drückjagd ist praktisch unsere komplette standorttreue
Rotte im Nachbar-Revier erlegt worden. Damit ist auch das KnowHow des Trogöffnens
verloren gegangen. Im Augenblick geht keine 'Sau' mehr an Tröge, Stämme und Klötze.
Luderschacht ?
Angefangen habe ich auf Empfehlung von Fachleuten mit
Luderschächten.
Luderschächte sind Ekelpunkte im Revier und bei Füchsen gar nicht so beliebt. Deshalb
plädiere ich heute für Luderplätze, an denen dem Fuchs kleinste Wildreste und
Aufbruchteile verdeckt unter Stroh oder Gras angeboten werden. Inzwischen konnte ich
feststellen, dass dass es oft sogar reicht, den Luderplatz mit einer Handvoll Körnern zu
beschicken. Wenn sich die erste Maus eingefunden hat, folgt auch bald der Fuchs. Selbst
anfallendes Weichholz lockt den Fuchs an. Zuerst aber Hasen und Rehe. Die schätzen in
kalten Zeiten frische Rinde. Rehen und Hasen folgt bald der Fuchs. |
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Wild-Fütterung

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So lange ich zurückdenken kann, gehörte die
winterliche Wildfütterung zu den jagdlichen Selbstverständlichkeiten in den meisten
Taunus-Revieren. Anders als heute war seinerzeit das Futterangebot nicht so reichlich wie
heute. Als Kinder verdienten wir uns gerne die eine oder andere zusätzliche Mark,
indem wir Kastanien und Eicheln für die Wildfütterung sammelten. |
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Zwei dieser liebevoll während der Jagdzeit meines Vorvorgängers errichteten und
betriebenen Fütterungen stehen noch verwaist im Revier. Sie stammen aus einer Zeit, in
der die Winterfütterung akzeptiert und geschätzt war. Aus Pietät und auch wegen des
gefälligen Bildes habe ich die Fütterungen nicht abgerissen, obwohl sie nicht mehr
genutzt werden.. Wesentliche Bausteine des Winterfutters waren Heu und
Rüben. Als Leckerbissen gab es dann hin und wieder die eine oder andere Handvoll
Futterhafer. Dazu legten wir die Strünke abgeernteter Rosenkohl-Pflanzen aus.
Mit dem Wirtschaftswunder blühten auch die heimischen Apfelwein-Keltereien. Als
sich herumsprach, wie anziehend der Apfeltrester wirkte, gab es kaum ein Taunusrevier, in
dem sich der Trester nicht türmte.
Reh- und Rotwild lieben den Apfeltrester und danken für die Trestergaben, indem
sie in den Trester-Revieren auch bei hohen Beständen praktisch nicht schälen. Mehr
zu den Themen Kirrung und Fütterung in der Folge. |
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Revier-Einrichtungen |
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Kapitel für Kapitel schreibe ich hier das Handbuch der Jagdpraxis.
Thema für Thema mache ich zu kleinen Booklets, die zusammengenommen dann das Handbuch der
Jagd ergeben. Im Augenblick experimentiere ich noch mit dem passenden Format.
Quadratisch oder im schlanken Taschenformat. Revier-Einrichtung
mit der Motorsäge |
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August 2006
Mais-Kanzel
Wenn die Getreidefelder abgeerntet sind, bleibt als letzte Feldfrucht der Mais in
unserem Revier. Die Maisfelder sind verteilt wie die Haare auf meinem Kopf: In der Mitte
wenig, außen herum aber zum Wald hin umso mehr. Insgesamt ist die Fläche in der Folge
des Bewirtschaftungszyklusses der Bauern und der Erweiterung der Flächen für eine
Biogasanlage in diesem Jahr noch einmal um bestimmt ein Viertel gewachsen. Grob geschätzt
stehen in diesem Jahr an die 60 Hektar Mais im Revier.
Der Sauenbestand war zum Ende des Jagdjahres in der Folge scharfer Bejagung in
allen Revieren relativ gering. Wenn wir die bekannten Bachen-Frischlingsrotten auszählen,
zählen wir aber dennoch wieder annährend 30 Bachen und Frischlinge, die ihren Einstand
im Revier haben und ihre nächtlichen Ausflüge in die Maisfelder verlegen.
Mit Elektrozäunen ist den großen Flächen nicht mehr beizukommen. Wer hat die
Zeit und die Kraft, so viele verteilte Flächen einzuzäunen und die Zäune regelmäßig
warten und zu kontrollieren. Elektrozäune werden wir deshalb allenfalls nur an den
Einwechsel-Bereichen einsetzen. Ansonsten werden wir auf intensive Ablenkung, auf gezielte
Jagd an schadensgefährdeten Flächen und auf Ultraschall setzen.
Für die gezielte Jagd bereiten wir derzeit eine kleine Serie maishoher H-Kanzeln
vor, die nach der Maiszeit im offenen Feld als für Fuchs- und Rehwildabschuss genutzt
werden sollen. |
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Die kleine Maiskanzel
(Höhe 2+2 Meter, Fläche 120x120 cm)
ist auf eine Bodenhöhe von 2 Metern ausgelegt. Diese Höhe macht die Kanzel
gleichermaßen gut geeignet für den Ansitz wie auch die gelegentliche Drückjagd am Mais.
Sie erlaubt gute Übersicht und drückjagdnahes schnelles Schießen. Die die Bodenfläche
überragenden Stangen werden noch von den Brüstungshölzern gebändigt. Die
überstehenden Stangen sind auf 2 Meter ausgelegt, um für die herbstliche und winterliche
Jagd ein Dach auflegen zu können. |
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Bauanleitung
Am Vorabend habe ich in der Nähe die erforderlichen Fichtenstangen geschnitten und an den
Bauplatz transportiert. Ich verwende inzwischen wegen ihres niedrigeren Gewichtes
ausschließlich standtrockene Fichten oder Douglasien mit Stammdurchmessern von unten 12
bis oben 8-6 cm. |
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Von den bis zu 8 m langen Fichtenstangen schneide ich für die
Maiskanzel die unteren 4 Meter als Stützstangen ab.Aus den oberen dünneren Abschnitten
schneide ich zunächst 8 Querhölzer a 120 cm, 4 Diagonalstreben a 150 cm und zwei weitere
Diagonalhölzer a 170 cmDie Traghölzer werden auf zwei kräftige Arbeitshölzer gelegt
und beidseitig für eine bessere Auflage mit der Motorsäge angeflacht. Zwei
Pfostenhölzer werden ca 1 Meter voneinander ausgelegt und mit 2 der 120 cm langen
Querhölzer vernagelt. Von Nagel zu Nagel ergibt sich so eine Distanz von 110 cm. |
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Das Diagonalholz versteift den Rahmen. Bevor das Diagonalholz
aufgenagelt wird, bringe ich den Rahmen mit Zollstock und Pythagoras (60cm,80c,100cm
) in den rechten Winkel.Ein Diagnalholz reicht für die Stabilität völlig aus.
Zusätzlich Stabilität bringen später die diagonal angebrachten Stützhölzer.Für den
zweiten Rahmen brauche ich keinen Zollstock. Ich lege die Hölzer direkt aufeinander und
vernagle den Rahmen.Sind die beiden Rahmen fertig, richte ich sie auf und stabilisiere sie
mit den beiden 170-cm-Diagonalhölzern.Ich achte darauf, dass die Traghölzer innen
liegen. So halte ich die Spannweiten für die Fußbretter geringer und damit stabiler.
Schon das erste Diagonalholz im Fußbodenrahmen macht die Konstruktion so stabil, dass sie
alleine steht.Das Diagonalholz im unteren Rahmen und die beiden weiteren seitlichen
Hölzer geben dem Kanzelgerüst jetzt die perfekte Stabilität.Ich halte die
Basiskonstruktion bewusst leicht, damit sie leicht transportiert werden kann. Bis zu
Höhen von 4-5 Metern kann ich so jedes Gerüst alleine aufrichten.Nach knapp zwei
Arbeitsstunden steht das Gerüst schon auf seinem Platz im Mais. Bis zum Wochenende folgen
Leiter, Boden, Brüstung und Sitz. |
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Feldknzel und Jagdwagen
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Kleine Feldkanzel gegen Wildschaden |
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Überall im Revier reift das Getreide. Einzelne Weizenäcker sind
schon gereift, andere stehen noch in der Milch. Darunter ein Weizenschlag nahe dem
Sommereinstand der Sauen. Lange Zeit bewegte sich nichts. Keine Fährte, kein Wechsel
führte in den Weizen hinein. Beim Kontrollgang in der 2. Juliwoche stießen wir dann auf
die ersten Lagerplätze. Wenig Tage später mehrten sich Fährten und Wechsel und auch die
Lager- und Fraßplätze wurden größer.
Jetzt hieß es, größeren Schaden zu vermeiden. Von außen war schwer an die Schadplätze
heranzukommen, weil der Weizenschlag direkt an einen Maisschlag grenzte. Deshalb planten
wir einen Feldsitz mitten im Schadbereich, von dem aus das Feld nach beiden Seiten gut
überschaubar war. Zunächst hieß es Stangen schlagen und an den Tatort fahren. Das
Gerüst in Form einer H-Kanzel mit einer Brüstungshöhe von 4 Metern war in eineinhalb
Stunden gezimmert. Für die Leiter brauchten wir eine weitere halbe Stunde. Dann konnten
wir Gerüst und Leiter am Rande des Maisfeldes entlang zum ausgewählten Standort tragen
und aufstellen. Am Folgetag richteten wir noch Boden, Sitzbrett und Brüstung ein.
Nun konnte die Jagd beginnen. |
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Wir platzierten die Kanzel auf dem Scheitel des Ackers, um beide
Seiten überschauen zu können. Vom Ansitz aus bietet sich ein guter Blick auf Weizenfeld,
Maisrand, angrenzende Wiese und den dahinter liegenden Wald.
Die Sauen gingen aber nicht auf unsere Taktik ein. Sie waren wohl noch ein Stück
schlauer als wir. Sie mieden den Stellplatz der Feldkanzel für einige Tage und schlugen
dann wenige Tage später, als wir nicht mehr mit ihnen rechneten, erneut zu.
Auch wenn wir kein Stück Schwarzwild erlegen konnten, hat die Kanzel jedoch
geholfen, größeren Schaden abzuwehren. Nach der Weizenernte werden wir sie als Plattform
für die Maisjagd nutzen, bevor sie dann als halb geschlossene Kanzel einen festen Platz
im Feld erhält.
Unser Jagdwagen
In den ersten beiden Jahren hatten wir keinen Platz im Revier, an dem wir uns für
die Jagd, für Revierarbeiten und nach der Jagd verabreden und treffen konnten. Das musste
anders werden. Weil der Aufwand für Genehmigung und Bau einer Jagdhütte einfach zu groß
gewesen wäre, verabredeten wir mit Jagdgenossenschaft, Gemeinde und dem zuständigen
Forstamt, einen Bauwagen direkt neben dem Waldkindergarten aufstellen zu dürfen. Ein
guter Freund besorgte einen ausgedienten Bauwagen und schleppte ihn auch direkt zum
geplanten Stellplatz. Seit Sommer steht der Wagen nun fest an seinem Platz. In einem
ersten Schritt habe ich die 'Außenanlagen' schon ein wenig hergerichtet. Wagen und
Außenanlage mussten sich in den Herbstferien als Waldschule für die Kinder des
Waldkindergartens bewähren. Mit der Aktion www.kinderlernenlesen.de
habe ich während der Herbstferien den Grundstein für eine gute Nachbarschaft zwischen
Waldkindergarten und uns Jägern gelegt. Ich stelle mir noch eine Reihe weiterer Aktionen
vor, mit denen ich für eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und für ein
natürliches Verständnis von der Jagd werben möchte. |
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Die Hütte des Waldkindergartens war Schutzhütte für die
Forstbaumschule. Der Blick vom Jagdwagen zum keltischen Hü(hn)nerküppel. |
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Kanzeln |
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Dabei ist eine Revierkarte ein wichtiger Helfer. Auch
Jagdgästen dient die Revierkarte der besseren Orientierung. Im Idealfall - der aus
urheberrechtlichen Gründen verboten ist - fertigen Sie von Ihrer Revierkarte einige
Kopien an, die Sie Ihren Jagdgästen zur Orientierung aushändigen. |
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HochsitzeSchon lange machen sich Jäger die Vorteile erhöhter Ansitzpunkte zunutze.
Hochsitze - einfache Baumsitze, Ansitzleitern und Kanzeln - bieten dem Jäger einen
besseren Überblick, lassen ihn sicherer schießen und machen ihn unabhängiger von den
herrschenden Windverhältnissen. Ob sich der Jäger für eine Ansitzleiter, eine
geschlossene Kanzel oder eine der vielen Zwischenformen entscheidet hängt vor allem von
den jagdlichen Möglichkeiten ab, nicht unerheblich aber auch von den jagdlichen Zwängen
der Abschußerfüllung und der Wildschadensverhütung.Konstruktion und Ausführung aller
Ansitzeinrichtungen richten sich nach einer Reihe von Gesichtspunkten, von denen die
beiden wichtigsten schon an dieser Stelle aufgeführt werden sollen:
- Die Sicherheit hat bei Bau und Ausführung Vorrang vor allen anderen Überlegungen.
- Hochsitze sollen aus ortsüblichem Material gebaut werden und sich bestmöglich in die
Landschaft einfügen.
Standorte
Die Wahl des Standortes für einen Hochsitz hängt von den jagdlichen Bedingungen im
Revier ab. Ein gut gewählter Platz ist für den Jagderfolg entscheidender als die Art
oder Höhe der Ansitzeinrichtung. Der Platz für eine Leiter oder eine Kanzel soll so
gewählt werden, daß der Jäger sie ohne Störung beziehen und velassen kann. Nur so
bleibt das Wild vertraut, und läßt sich sicher ansprechen und erfolgreich bejagen.
Deshalb gehören Ansitze weder in die Einstände des Wildes hinein noch direkt an den
Rand einer Dickung. Schon beim Anmarsch bemerkt das Wild den unvorsichtigen Jäger und
tritt unbemerkt an einer anderen Stelle aus.Deshalb berücksichtigen wir bei der Planung
des Hochsitzes die möglichen Anmarschwege. Wir richten den Hochsitz so aus, daß wir
weder beim Angehen noch auf dem Heimweg die Wechsel des Wildes überlaufen, da wir uns
sonst selbst um Anblick oder gar jagdlichen Erfolg bringen.
Unvorsichtige Jäger haben heimliches Wild.
Aus diesem Grund verzichten alte und erfahrene Jäger so gut es geht auf heimliche und
stille Pirschpfade. Sie benutzen nach Möglichkeit häufig begangene und befahrene Wege
zur Kanzel. Allenfalls für die letzten Meter legen sie einen gedeckten Pirschpfad an. Der
jagdliche Erfolg gibt ihnen Recht.
Der Wind
Bevor wir eine Kanzel oder eine Leiter errichten, versuchen wir, soviel wie möglich
von den Windverhältnissen in Erfahrung zu bringen. Das ist schwierig und vor allem
langwierig, weil der Wind abhängig von der Wetterlage, aber auch von den Tageszeiten und
Jahreszeiten wechseln kann. Weil Windverhältnisse von vielen Faktoren abhängen,
verzichte ich darauf, die eine oder andere halbwegs verläßliche Regel anzugeben und
empfehle Ihnen statt dessen, die jeweiligen Windströmungen empirisch, also durch
Erfahrung und Beobachtung zu ermitteln.
Dabei hilft eine mobile Leiter. Diese stellen Sie für einige Zeit dort auf, wo sie
eine feste Ansitzleiter oder eine Kanzel errichten wollen. Tritt das Wild - zumindest bei
der vorherrschenden Windlage - weiterhin vertraut aus, so ist der Standort gut gewählt.
Springt das Wild jedoch schon kurz nach dem Austreten ab, suchen Sie eine geeignetere
Stelle für den geplanten Sitz.
Mit Seifenblasen können Sie kleinräumige Windströmungen gut verfolgen. An
Waldrändern, auf kleinen Blößen oder in engen Tälern. Auch mit einem nicht mehr ganz
so prall gasgefüllten Luftballon. Zuverlässiger und vor allem weiträumiger erkennen Sie
die Windrichtung mit Hilfe von Rauch. Ein Rauchtopf, in der Höhe des geplanten Sitzes
befestigt, zeigt zuverlässig die Windströmung auch über längere Strecken. Selbst wenn
Sie den Rauch nicht mehr sehen können, können Sie Ihn noch auf hundert und mehr Meter
riechen. Sie werden staunen, welch verschlungene Wege der Wind einschlagen kann.
Wer sich unabhängiger von herrschenden Windverhältnissen machen will, errichtet an
allen wichtigen Blößen, Feldern, Wiesen oder Kahlschlägen zwei sich gegenüberliegende
Ansitzeinrichtungen. Je nach der vorherrschenden Windlage beziehen Sie die eine oder die
andere Kanzel oder Leiter.
Den einfühlsamen Jäger erkennt man an vertraut austretendem Wild.
Man könnte einen großen Teil des Abschusses im Revier ganz ohne Hochsitze
erfüllen. Es gibt aber vor allem zwei gute Argumente, die Jagd vornehmlich von Hochsitzen
aus auszuüben:
- Hohe Ansitzjagd erlaubt große Übersicht und sichere Schüsse.
- Hohe Ansitzjagd stört das Wild - vernünftig ausgeübt - praktisch nicht.
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Möglichst störungsfreie Bejagung Aspekt wird an dieser Kanzel besonders deutlich.
Sie liegt an einem häufig begangenen und befahrenen Feldweg. An dieser Stelle ist das
Wild die menschliche Witterung durchaus gewöhnt. Wegen der günstigen Lage ist diese
Kanzel gut zu erreichen und kann auch ohne größere Störungen des Wildes wieder
verlassen werden. |
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Kanzel für Naturliebhaber.
Bei gutem Wetter sitzt man auf dem Kanzelbalkon, bei schlechtem
Wetter kann man sich in die Kanzel zurückziehen. Beachten Sie den zur Steigsicherheit
eingezogenen Mittel-Holm. Er stabilisiert Holme und Leiter und verhindert das seitliche
Wegrutschen auf feuchten oder vereisten Sprossen.
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Kanzel mit Weitblick und Innenaufstieg |
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Wenn Sie das Bild aufmerksam betrachten, erkennen Sie, dass es sich um eine Kanzel
mit Innenaufstieg handelt. Kanzeln mit Innenaufstieg sind nicht jedermanns Sache. Ich
persönlich schätze sie, weil man sehr sicher aufsteigen kann. Die Leiter steht meist
trocken unter Kanzel und Dach, ist selten nass, vereist oder verschneit. Für einen
guten Einstieg muss die Sitzbank klappbar sein.
Eine Fußbodenluke ist aus Sicherheitsgründen nur bei hohen Kanzeln erforderlich.
Anmerkung zur Konstruktion:
Die Leiter ist zu flach geneigt. Es besteht die Gefahr, durch die Leiterfenster zu treten.
Die Stützen sind unharmonisch und statisch unvorteilhaft angebracht. |
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Die Traum-Kanzel
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So stellt man sich Herbstwald und Brunftkanzel vor. Hier lässt sich's ruhen,
träumen und natürlich auch jagen. Zur Jagd ist sie inzwischen aber weniger geeignet. Die
aufkommenden Jungbuchen bilden rund um die Kanzel schon Dickung und Einstand. Wer diese
Kanzel bezieht, stört das Wild im Einstand.
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Jagdtrophäen |
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Ihr Familienfrieden sollte Ihnen einen Kocher wert sein. Haben Sie schon einmal in
Küche oder Keller Trophäen abgekocht oder Hundefutter zubereitet ? Wenn diese Arbeiten
nicht zum familiären Stress ausarten sollen, kaufen Sie sich besser einen Kocher für
draußen. Diesen kleinen Jagd-Kocher können Sie überall einsetzen, wo ein Stromanschluss
verfügbar ist bzw. mit Verlängerungskabel hingelegt werden kann. Draußen in der Garage,
im Schuppen, unter dem Carport und im Garten.
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Sie brauchen je nach Platz nur noch ein
Verlängerungskabel und einen einfachen billigen oder gebrauchten Topf und schon können
Sie all das kochen, was in Küche und Keller nicht erwünscht ist.
Unser Tipp:
Trophäe mit der Gehörnsäge oder einem elektrischen Fuchsschwanz
absägen.
Kocher aufbauen und Topf aufsetzen.
Trophäe in den Topf stellen und diesen bis zum Unterrand der Rosen
mit Wasser füllen.
Trophäe so lange kochen, bis sich Decke und Fleisch leicht vom
Knochen lösen lassen.
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