Im Jagdrevier
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Willkommen   im-Jagdrevier.de

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Hallo, liebe Jägerinnen und Jäger ! Willkommen im Jagdrevier.de !
Nach und nach werden die Beiträge dieser Seite auf die Randseiten links verteilt.

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Überall recken sie zur Getreidezeit ihre Köpfe aus dem Getreide.  In dem Gefühl, im hohen Getreide unsichtbar zu sein, verharren sie ruhig und beobachten, wie Spaziergänger, Autos, Traktoren und selbst Jäger vorbeiziehen. Nur eines ist in ihre Lebenserfahrung noch nicht eingegangen: Das in diesem Jahr wegen der Frühjahrstrockenheit niedrige Getreide bietet nicht so viel Sichtschutz wie in den Jahren zuvor. Eine Chance für Naturfreunde, Rehe auch im Sommer zu beobachten, aber auch eine Chance für Jäger, einen rechten Bock auch einmal im Vorübergehen im Getreide zu strecken.

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Neugierig äugt die Ricke herüber. Der Bock unten: Gut im Wildbret, hohes Gehörn aber noch geringe Rosen und Stangen.
Beide Aufnahmen wurden freihändig mit 30-fach-Zoom aufgenommen. Die untere schon in der Abenddämmerung.

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Drei neue im Revier
Mit meinem Jagdfreund Walter sind auch Emma und Paul ins Revier eingezogen. Emma ist eine Schwarzwildbracke, die weiß, wie man Sauen aus Dickung und Mais jagt. Zusammen mit ihrem Freund Champ räumen beide Stück für Stück jeden Maisacker aus.  Paul ist ein gebürtiger Schweißhund, der dann zum Einsatz kommt, wenn ein Schuss einmal nicht direkt im Leben sitzt oder wenn ein Stück Wild auf der Landstraße angefahren wird. Ich freue mich über die dreifache Bereicherung im Revier.

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Aufgebockt und umgesetzt ...

Am letzten Wochenende haben wir auf die Schnelle einen neuen Kanzelbock gebaut und aufgerichtet.
Der Kanzelaufsatz ist schon vorbereitet, und wird Seite für Seite auf dem Podest aufgebaut.
Unsere Diplomaten-Kanzel musste ihren Platz an einer der schönsten Revierecken räumen.
Ansitz und Anmarsch führten dazu, dass das Wild in dieser Ecke seine Wechsel und Gewohnheiten änderte.
Sie stand zwar schön aber jagdlich schlecht. Jetzt hat sie ihren neuen Platz am Wildacker.
Leicht zu erreichen und störungsarm zu verlassen.

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Inzwischen ist der Frühling im Revier eingekehrt. Durch einen Zufall ergab es sich, dass ein guter Freund und erfahrener Jäger und Hundeführer seine frühere Jagdgelegenheit aufgab und in mein Revier wechselte. Über Sommer soll er auch als Mitpächter eingetragen werden. Das gibt mir Zeit und Kraft, mich ein Stück intensiver um die 'Jagdpraxis.de' zu kümmern. Mit WO habe ich jetzt endlich die nötige professionelle jagdliche Verstärkung für den Jagdbetrieb im Maisrevier.  Neben uns beiden jagen noch VM, KK und WK als Jagdfreunde mit im Revier. Zu fünft bejagen wir nun das 770 ha große Maisrevier.   Die Bauern haben inzwischen die meisten Felder bestellt.  Bis auf einen großen Schlag sind inzwischen auch alle Maisschläge eingesät. Sie liegen in diesem Jahr kompakter. Das erspart lange Kontrollwege, wird jedoch die Jagd nicht einfach machen. Der größte Block liegt in diesem Jahr rund um den Hühnerküppel mit seinen dichten Schwarzdornhecken. Hier wird ein Teil des Maises für den Betrieb der Biogasanlage unten  angebaut. Absehen davon dass es oben am Hühnerküppel recht trocken ist, ist dies ein rechtes Sauen-Paradies. Hier werden wir die eine und andere Schlacht um den Mais schlagen müssen.

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Wir haben die jagdruhige Zeit genutzt, um die Ansitzeinrichtungen auszubessern. WK hat am Wildacker in den Buchenrauschen die alte Leiter durch eine solide Kanzel ersetzt. Weitere Kanzeln und Leitern wurden an die Wildgewohnheiten angepasst und umgestellt. Auch die Kirrungsplätze sind neu eingerichtet. Wir werden das Kontingent von 5 Kirrungen nicht mehr ausschöpfen und uns auf vier gut erreichbare Kirrungen beschränken. Die dichten Einstände werden jagdberuhigt und nur anlässlich einzelner jahreszeitlicher Ansitz(drück)jagden bejagt.

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An einem feuchten Waldweg mit vielen Fahrspuren großer Rückefahrzeuge haben wir bis zum Bau einer Kanzel einen  mobilen Jagdwagen aufgestellt. Er ist ausreichend winddicht, um auch aus tiefer Lage auf Schwarzwild anzusitzen, das sich hier in den nassen Geleisen gerne ein Stelldichein gibt. März und April waren jedoch bisher so trocken, dass die Suhlen auf der kleinen Rückeschneide fast alle ausgetrocknet sind. Das gilt auch für die meisten anderen Suhlen im Revier.

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Rückblick auf den harten Winteranfang

Ich bin jetzt 66 Jahre alt. So viel Schnee, wie in den letzten beiden Jahren habe ich in dieser langen  Zeit nur 1956, 1962 und 1980 erlebt. Der Schnee liegt schon im Dezember in vielen Revierteilen 30 bis 40 cm hoch. Obenauf gepresster trockener Schnee, darunter eine verharschte Schneeschicht, die Wintersaat, Raps und alle andere Vegetation fast unerreichbar macht. Selbst Reineke Fuchs macht diese Schneelage bei der Mäusejagd zu schaffen. Schneller als gedacht hat der Winter jedoch seinen Schwung verloren. Nach einem fulminanten Anlauf ging ihm jedoch schon in der zweiten Januarhälfte die Puste aus. Die Zeit bis zum Frühling war dann eher eher kühl als kalt.

Wer Füchse jagen will, sollte sich in Geduld üben. Was ist schon ein dünnhaariger Sommerfuchs gegen einen solch prächtigen Winterfuchs. Da mögen alle die Jagd auf Jungfüchse propagieren. Deren Überleben regeln Straße und Natur schon weitgehend selbst. Und sollten zu viele Füchse über sein, kann man die komfortabel in Herbst und Winter schießen.

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Ein einsamer Keiler hat hier in der Schneenacht nacht untergepflügten Maiskolben gegraben.

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Die Arbeit reißt nicht ab. Kaum sind die Maisäcker aus dem Schneider, heißt es Kitze retten.

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Mitte Mai herrschte kurzfristig warmes trockenes Wetter. Die Bedingungen für den ersten Grasschnitt waren ideal. Drei Landwirt mähten denn auch die ersten Schläge. Wie immer kamen die Anrufe zur Kitzrettung sehr kurzfristig. Einer der Landwirte hat jedoch - das hat mich angenehm überrascht - die Mahd für den ersten Tag eingestellt, nachdem er Kitze in der Wiese gesichtet hatte. Die von ihm selbst aufgestellten Scheuchen reichten aus, die Wiese für den nächsten Tag kitzfrei zu machen. Danke!

Die  Befürchtungen waren unbegründet: Kein Schaden im zuletzt ausgesäten Maisacker

Der von den Sauen stark geschädigte Maisacker direkt an der Grenze ließ nichts Gutes erwarten. Der angrenzende Maisacker in meinem Revier ist wesentlich größer und wegen seiner konvexen Form viel unübersichtlicher. Ich befürchtete starke Schäden, weil die zu Schaden gehenden Sauen auf ihren Gängen regelmäßig auch meinen noch nicht eingesäten Acker heimsuchten. Deshalb habe ich mich gleich in der ersten Nacht nach der Einsaat mit dem Gartenstuhl mitten aufs Feld gesetzt. Vor mir den Ansitzstock zum Anstreichen, neben mir die Büchse. Es herrschte zwar kein Mond, aber vor dem hellen Talnebel hätten sich die Sauen gut abgehoben. Ich saß aber vergebens. Weder in der ersten Nacht noch in den Folgenächten ließen sich die Sauen blicken. Ich war nicht böse darum und freute mich auch, dass die Maiskörner wegen der heißfeuchten Witterung schon nach 8 Tagen aufgingen und außer Gefahr waren. Mir persönlich ist aus jagdlicher Sicht eine späte Aussaat in warmer Zeit wesentlich lieber als die frühe Aussaat in den noch kalten Boden. Während im späten Mai der Mais innerhalb 8-10 Tagen aufgeht, habe ich es erleben und erleiden müssen, dass Mais bei zu früher Aussaat buchstäblich eine Keimpause einlegte und auf besseres Wetter wartete. Ich hatte schon Äcker, die ich deshalb länger als 4 Wochen bewachen musste. Die Fährten unten ließen Ärger erwarten. Ich denke, dass eine oder mehrere Bachen dieser kleinen Rotte in den Tagen der Mais-Aussaat frischten und die Rotte deshalb in den Dickungen blieb.

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Maisrevier mit zentraler Waldanbindung. Nichts für Hobby-Jäger
Als Beispiel für die Nutzung von Karten im Revierbetrieb habe ich einmal einen Kartenausschnitt aus der Topografischen Karte ausgedruckt und die kritischen Flächen grün markiert. In den nächsten Wochen zeige ich, wie Sie Topografische Karten für die Revierplanung einsetzen. Zur Orientierung: Die Windräder stehen auf der Karte auf Punkt 'küppel'. Vom rechten Kartenrand sind weitere 6 Sauen über Punkt 311 im Anmarsch ins Weinbachtal. Die rote Spitze des Nachbarreviers westlich von Qu wird gleichzeitig mit Mais eingesät.

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Auf Asphalt lässt sich bei feuchten Feldern hervorragend fährten.

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Herbst im Maisrevier !

Im Augenblick bestiummt der Mais das Revier und auch die Jagd. Nach einer langen Trockenperiode schien es so, dass der Mais in diesem Jahr allenfalls brusthoch wachsen würde. Die feuchten Sommermonate haben ihm aber den Schub verliehen, das Versäumte nachzuholen. Nachdem die Sauen ihre Einstände nach der Rapsernte verloren haben, beziehen sie diese jetzt in den Maisschlägen. Im Moment interessiert sie jedoch weniger der Mais als die Regenwürmer und Larven im Boden. Kleine Schäden entstehen fast nur durch das Brechen im Boden.

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Mit Biene im Mais auf Sauenpatroullie

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In den Bereichen, in denen die Saatrichtung wechselt, haben die Sauen schon regelrechte Pfade in den Mais gelaufen.
Die scharf abgeschnittenen Maisblätter und die Fährten darunter weisen auf Rotwild im Mais hin.

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Zur erfolgreichen Maiskontrolle gehören Biene und Jagdauto. Die Grobkonbtrolle erfolgt mit dem Auto, die Feinkontrolle zu Fuß.  Anders können Sie keinen Überblick über die 31 diesjährigen Maisschläge gewinnen.

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Bei der Saat ausgelassene Reihen sind perfekte Jagdschneisen. Hier werden wir uns einen Feldjagdbock aufstellen. Am Rande des Ackers mit Blick auf die Schneise, evtl. auch einen zweiten Bock innen für den Blick nach beiden Seiten. Wenn Sie das Bild aufmerksam betrachten, erkennen Sie das reiche Fährtenbild. Ein perfekter Platz für einen Jagdbock.

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im-Jagdrevier.de

Das Revier liegt im nördlichen Taunus. Sein Landschaftsbild ist bestimmt durch die relativ ebene Hochfläche des Hintertaunus mit einer durchschnittlichen Höhe von ca 300 Metern über große Teile der Revierfläche hinweg. Nur an wenigen Punkten ragen einzelne Kuppen bis zu 380 m  aus der Hochebene heraus. Die Region liegt im Grenzbereich der geologischen Formationen des Taunus im Süden und der Lahnmulde im Norden. Diese Grenzlage war früher die Grundlage eines intensiven Erzbergbaus, dessen Spuren noch heute an vielen Stellen im Revier erkennbar sind.
Die Fläche des Gesamt-Reviers inklusive der Siedlungsfläche beträgt ca. 770 ha, also 7,7 qkm. Sie gliedert sich in 120 ha Siedlungsfläche, 430 ha Feld und ca. 220 ha Wald, der sich auf 3 Lagen verteilt. jagdmap1.tif (31622 Byte)

Bevor Sie pachten:

Wenn Sie ein Revier pachten möchten, ist es immer sinnvoll, sich das Revier in seiner Lage und seinen Grenzen anzusehen. Sie können sich das Revier von den verpachtenden Jagdgenossen zeigen lassen, Sie können aber auch den zuständigen Förster oder einen der dort jagenden Jäger bitten, Ihnen das Revier zu zeigen. Nach aller Erfahrung  werden diese Führungen und Schilderungen selten objektiv sein. Der Verpächter wird das Revier in seinen schillerndsten Farben anbieten, der dort jagende Jäger  seine eigenen Interessen im Auge haben. Um ein objektiveres Bild zu gewinnen, ist es sinnvoll, sich eine Topografische Karte im Maßstab 1:25.000 zu kaufen, sich die Reviergrenzen eintragen zu lassen und dann Revierteil für Revierteil abzulaufen. Im Idealfall lassen Sie sich durch einen  Jäger Ihres Vertrauens begleiten. Spuren und Fährten, die Wald-Feld-Verteilung und die Platzierung der Hochsitze zeigen schnell, wie es um ein Revier beschaffen ist. Achten Sie dabei auch auf die Struktur des Waldes. Ist es ein wildarmer Hochwald oder ein Wald mit vielen eingestreuten Jungwuchsflächen? Werden die Dickungen über eine Pachtperiode hinweg Deckung bieten oder werden sie bald aus dem Dickungs-Stadium herausgewachsen sein ?  Achten Sie auch auf die angebauten Feldfrüchte. Dort wo viel Mais angebaut wird, sind Schaden und Ärger schon programmiert.   Wenn Ihnen das Revier zusagt, können Sie nach dem Abschluss des Pachtvertrages daran gehen, mit der Revier-Planung zu beginnen.

Erste Bilanz - Ein Revier kennen lernen

Ich bin bei der Pacht meines neuen Reviers nach diesen Prinzipien vorgegangen.

Dazu muss man wissen, dass das fragliche Revier in der Folge des Todes des früheren Pächters verwaist war und zwei Jahre lang nicht verpachtet werden konnte. Die Hinderungsgründe lagen in den überhöhten Pachtforderungen und den riesigen Maisanbauflächen bei gleichzeitig hohem Schwarzwildvorkommen.

Lange bevor ich ernsthaft daran dachte, mein neues Revier zu pachten, sah ich mir das verwaiste Revier zu verschiedenen Jahreszeiten an. Zusammen mit meiner Dackelhündin machte ich eine gründliche Bestandsaufnahme. Sie begleitete mich auf allen Gängen und verwies mit ihrer feinen Nase alle Wechsel und zahlreiche Fährten und Spuren  Alle wichtigen Beobachtungen trug ich in meine Revierkarten ein.

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Bewertung eines Reviers ist das Bild der Fährten und Wechsel. Wo fährtet man Wild ?  Zu welcher Jahreszeit fährtet man Wild ?  Wie verlaufen die Wechsel ? Alle Einzelbeobachtungen trug ich in meine Revierkarten ein. Die Summe der Beobachtungen und Eindrücke machte es mir schließlich nicht schwer, ein Angebot für die Pacht eines Revieres abzugeben, das über zwei Jagdjahre nicht verpachtet werden konnte.

Weil ich schon ab Januar über das Revier verfügen konnte, löste ich die bisher betriebenen Kirrungen auf und legte abseits davon  neue Kirrungen an, um einen Überblick über das im Revier stehende und durch das Revier wechselnde Wild zu erhalten. Frost, Schnee, und silierter Apfeltrester vermischt mit Getreide vermittelten schnell einen ersten Überblick über das Wild im Revier.

Ernüchternd war, dass in einem Revier, in dem noch vor Jahren bis zu 12 Stück Rotwild jährlich erlegt wurden, über Winter kein einziges Stück Rotwild zu fährten war. Zuversicht gibt die Tatsache, dass im südlichen Teil des Reviers anlässlich der ersten kleinen Drückjagd relativ viel ältere Rotwildlosung bestätigt wurde. Vermutlich hatte dort ein kleineres Rudel im Herbst seinen Einstand bezogen. 

Erfreulich ist, dass sich an den Kirrungen innerhalb weniger Tage Rehwild und Sauen einstellten. neben einer etwa 10-köpfigen Rotte Sauen suchten auch mehrere einzeln gehende stärkere Sauen die Kirrungen auf. Vor diesem Hintergrund machte ich mich daran, die Wege und Wechsel der Sauen im Revier zu erkunden. Dank der Höhenlage des Reviers zwischen 300 und fast 400 Metern, blieb der spärliche Schnee in diesem Jahr sehr lange liegen. So nutzte ich jede 'Neue' und auch die alten Schneedecken, um den Sauen auf die Spur zu kommen. Dabei beging ich nur feste und häufig von Spaziergängern benutzte Wege, um die scheuen Schwarzkittel nicht zu stören. Über die Zahl der ein- und auswechselnden Fährten kann man so sehr zuverlässig feststellen, wie viele Sauen sich gerade wo aufhalten. Weitere Hinweise waren die Frequenz der Besuche an den Kirrungen, die Wechsel über die Landstraße und das im Schnee weithin auffallende Gebräch.

So verfüge ich schon nach einem und einem halben Monat Jagdzeit im neuen Revier über eine relativ gute Kenntnis des Bewegungsprofils der Sauen im Revier.  Dabei ist mir bewusst, dass sich dieses sofort verschiebt, wenn der Frost aus dem Boden zieht und das Frühjahr naht.

Auffällig ist im Frühjahr  die hohe Zahl der einzeln ziehenden Stücke. Das weist eindeutig darauf hin, dass die älteren Bachen im Kessel liegen und frischen, während die Frischlinge vom letzten Jahr sich im weiteren Umkreis um den Kessel bewegen.

Vorhandene Reviereinrichtungen
Im Revier steht eine Reihe von offenen und geschlossenen Jagdkanzeln Jagdleitern. Die meisten Kanzeln und Leitern stehen schon über eine Jagdperiode, viele sogar über 2 Jagdperioden.  Zustand und Sicherheit verlangen nach der Übernahme des Reviers eine grundlegende Renovierung , vielfach auch den Abriss und die Neuerrichtung. Dies kann aber erst erfolgen, wenn die Besitzverhältnisse geklärt sind. Dies zu klären und die nötigen Kanzeln und Leitern zu renovieren bzw. zu errichten  wird Aufgabe meines ersten Jagdjahres sein.

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Äsungsflächen  und Wild-Äsung
Da das Revier über 2 Jahre verwaist war, sind die Äsungsflächen nur jährlich einmal gemulcht worden. Eine weitere Pflege fand nicht statt.  In den nächsten Wochen werde ich die vorhandenen Äsungsfächen erfassen und überlegen, wie sie im kommenden Jahr vorteilhaft eingesät werden.

Suhlen
Bei uns im Taunus muss man sich keine Gedanken um die Einrichtung künstlicher Suhlen machen. An vielen Stellen staut sich Wasser auf den tonigen Schichten. Dies gilt auch für unser Revier. Überall im Wald und in den kleinen Wiesentälern gibt es staunasse Plätze. Rot- und Schwarzwild kennen die Plätze seit langer Zeit und schlagen sich die Suhlen selbst. Gelegentlich ist es angeraten, Steine und Äste aus den Suhlen zu räumen.

DSC02397.JPG (628790 Byte) Aufmerksame Jäger erkennen an den Suhlen Art und Größe des suhlenden Wildes. Die hintere Wasserfläche der Suhle bildet exakt die Umrisse eines Überläufers nach. Am Malbaum schätze ich Höhe, Alter, Gewicht und Geschlecht des malenden Wildes. Details demnächst.

Salz-Lecken

Mineral-Salze ziehen das Wild dann besonders an, wenn Boden und Pflanzen arm an Mineralsalzen und Mineralstoffen sind. Salz und wichtige Mineralien kann man dem Wild auf vielerlei Weise anbieten. Am vorteilhaftesten sind erhöhte Salzstöcke.  Wir werden die unterschiedlichen Varianten ausprobieren und darüber berichten.

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Die Revier-Karte für die Revier-Planung und als Revier-Notizbuch
Als Revierkarte oder als Grundlage für Revierkarten holen Sie sich in einer Buchhandlung eine topografische Karte im Maßstab 1:25.000. Diese Karte können Sie auch vom jeweiligen Landesvermessungsamt beziehen. Zwischenzeitlich bieten die Landesvermessungsämter auch topografische Karten auf CD an. Hier können Sie Ihr Revier ganz einfach im PC suchen und den Revier-Ausschnitt als Arbeitshintergrund oder sogar Bildschirmschoner verwenden. Manche Reviere liegen im Schnittbereich zweier Karten. In diesem Fall heißt es, beide Karten passgenau zuzuschneiden und zusammenzukleben, um eine komplette Revierkarte zu erhalten. Um Ihre Karten zu schonen, empfiehlt es sich, vom Original einige vergrößerte Kopien als Arbeitskarten zu ziehen bzw. auszudrucken. Eine gewerbliche Vervielfältigung ist nicht,  bzw. nur mit Lizenz erlaubt, private Arbeitskopien werden stillschweigend geduldet. Diese Arbeitskopien sind nun ihr Notiz-Block für Ihre Revierplanung. Um allen Rechtsfragen aus dem Weg zu gehen, habe ich mir auf der Grundlage der topografischen Karten eine eigene Revierkarte gezeichnet. So vermeide ich denkbare Verstöße gegen Urheberrechte, wenn ich mich im Rahmen meiner WebSites auf die selbst gezeichnete Karte beziehe.

Bilder aus dem Jagd-Revier

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Junger Bock im späten Licht.
Zur Übung habe ich den Bock mit der Büchse anvisiert und etliche Male erlegt.
Sein Gesicht, seine Figur und die noch relativ schwachen Rosen haben ihn aber vor der sicheren Kugel bewahrt.  

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Grenzkanzel und Grenzweg
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Revier-Gang im Oktober

In den letzten Tagen habe ich die alte Schlafkanzel saniert. Im Frühjahr hatte ich sie wieder auf feste Füße gestellt, indem ich rundum mit der Motorsäge die morschen Füße scheibchenweise kürzte und die Kanzel dabei nach und nach um einen knappen halben Meter absenkte. Jetzt waren Leiter und Podest dran. Die dicken Sprossen waren mir schon immer ein Dorn im Auge. Bei Nässe waren sie spiegelglatt. Dazu sind sie so dick, dass man sie nicht sicher umfassen konnte. Deshalb bezog ich die Kanzel nur, wenn die Sprossen trocken waren. Das ist jetzt besser. Die übernagelten Sprossen sind griffig und deutlich rauer und rutschsicherer. Ein Mittelholm und zwei Geländerstangen geben zusätzlich Halt und Sicherheit. Auch der Übergang zum Podest wurde mit griffigeren Stangen sicherer gestaltet. Wenn wieder einmal Zeit ist, erhält das Podest ein Dach und einen Außensitz für warme Jagdabende. Wer sitzt an lauen Abenden schon gerne in einer Kanzel?

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Wenn der letzte Mais abgeerntet ist, habe ich erst einmal keine Lust mehr für die Jagd. Zu groß war die Belastung. In diesem Jahr hatte ich 31 Maisäcker zu bewachen, die über das ganze 770 ha große Revier verteilt lagen. Im Gegensatz zu früheren Jahren besuchten die Sauen nicht nur die waldnäheren Äcker sondern auch Schläge, die weitab vom Wald mitten im Feld lagen. Unerwartet hoch war auch die Zahl der Sauen. Ließ das Fährtenbild im Frühjahr nur wenige Sauen erwarten, hat sich das zur Maiszeit schlagartig verändert. Die zahlreichen kleinen Frischlinge lassen vermuten, dass die Sauen während des vergangenen Winters und er damit einhergehenden für unsere Region extremen Schneelage ihre ersten Frischlingen verloren, noch einmal nachrauschten und jetzt im Herbst die neuen Frischlinge zur Maistafel führten. Während in den vergangenen Jahren dank der Eichel- und Buchenmast zumindest für einige Wochen eine Entlastung in den Maisfeldern eintrat, blieb den Sauen in diesem Jahr nur der Mais. In Folge der Höhenlage des Revier von durchschnittlich 300 Metern und des nassen Sommers wollte der Mais einfach nicht reifen. Das hatte zur Folge, dass in diesem Jahr die Maisernte erst Anfang Oktober einsetzte. Der letzte Acker wurde gerade noch im Oktober abgeerntet. Sie verstehen, dass ich nach zweieinhalb Monaten Maispatroullie erst einmal die Nase von der Jagd gestrichen voll habe. Deshalb beschränke ich mich im Augenblick auf mittägliche Reviergänge mit meinem Dackel. Dabei bereite ich Sitze und Kirrungen für die spätherbstliche Sauenjagd vor. Wir müssen die kommenden Mondzeiten nutzen, um die Sauen an den Kirrungen zu erlegen, um mit einem erträglichen Bestand in den kommenden Sommer gehen zu können. Wegen fehlender Eichel- und Bucheckern-Mast wird die Kirr-Jagd in diesem Winter sicherlich besonders erfolgreich.Wahrscheinlich ist auch das eine und andere kleine Drücken angesagt. Die großen Revier übergreifenden Jagden schätze ich nicht. Ich liebe kleine Jagden mit wenigen Freunden und einigen guten Hunden.

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Auf meinen Spaziergängen durchs Revier fährte ich derzeit überall Sauen. Die Maisflächen sind abgeerntet. Die Sauen ziehen sich in die Wälder zurück. Zusammen mit Biene, meiner Dackelhündin, kontrolliere ich Wechsel, Suhlen und Kirrungen. Diese sind gut belaufen und besucht.Sorgen machen mir die Wiesen. Sie werden in diesem Jahr sehr gefährdet sein. Ich denke, Herbst und Winter werden spannend.

Rückblick auf das Jagdjahr 2009-2010

Das Ende des Jagdjahres 2009/2010 war bestimmt durch einen ungewöhnlich schneereichen Winter. Aufaddiert sind im Laufe der letzten 6 Wochen annähernd 70 cm Schnee Gefallen. So viel Schnee habe ich in den 65 Jahren, die ich nun alt bin, in unserer Region im nördlichen Taunus noch nicht erlebt. Selbst Ende Februar misst der Schnee in vielen Bereichen des Reviers noch 20-30 Zentimeter. Die Schneelage ist inzwischen zusammengesunken und so fest gefroren, dass ich mit meinen gut 95 Kilogramm Gewicht nur ausnahmsweise einsinke. Für das Wild herrscht jetzt Notzeit.

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Das Jagdjahr 2009/2010 war weniger erfolgreich als das vorhergehende Jagdjahr.

Der Start schien erfolgreich, konnten meine Jagdfreunde bis Frühsommer noch 4 schwache Jährlingsböcke und auch drei mehrjährige Böcke erlegen. Doch dann wendete sich das Blatt. Noch vor der allgemeinen Jagdzeit erfüllten der Straßenverkehr und streunende Spaziergängerhunde den restlichen Abschuss.

Dass die Schwarzwildstrecke in diesem Jahr geringer ausfallen würde als im vergangenen Jahr, war zu erwarten. Weil der Bestand nach den 3 Jagden des letzten Jahres auf wenige Stücke reduziert war, verzichtete ich auf den Sommerabschuss und setzte auch nur ein kleines Treiben in einem abgelegenen Revierteil an, in dem ein Stück Schwarzwild zur Strecke kam. Wenn möglich, plane ich eine weitere kleine Jagd, begrenzt auf Frischlinge, wenn diese im Laufe des Januar zweifelsfrei in einer der großen Dickungen bestätigt werden können.

Ein wenig besser sieht es in diesem Jahr mit Rotwild aus. Es kam zwar kein Rotwild zur Strecke, doch zeigte sich mehr Rotwild als in früheren Jahren. Erstmals in 5 Jagdjahren konnte ich in diesem Jahr ein Alttier mit Kalb beobachten. Ich hoffe, dass beide das Jagdjahr überleben. Dazu beziehen regelmäßig drei Hirsche die Dickungen des Reviers als Einstand, die für einen Abschuss zu gut veranlagt sind, als Erntehirsche aber noch nicht reif sind.

Erfreulich hat sich der Besatz an Hasen entwickelt. Auch Kaninchen sind in Teilen des Feldreviers reichlich anzutreffen. Neben einer Reihe von Füchsen konnte auch ein Dachs erlegt werden. Anderes Wild spielt im Jagdrevier keine Rolle.

Im Augenblick gilt mein Hauptaugenmerk den zahllreichen Spaziergängern mit Hunden, die dem Wild in der Feldgemarkung und am Waldrand kaum noch Raum lassen. Darunter die Inhaberinnen von zwei Hundeschulen, die täglich mehrfach mit ihren Hunderudeln das Feldrevier abstreifen. Von 6 Stücken Rehwild weiß ich zuverlässig, dass sie im Laufe des Jahres durch Spaziergängerhunde ums Leben kamen. Noch einen Tag vor Weihnachten musste ich ein kräftiges Kitzböckchen von seinen Qualen erlösen, das von einem Hunde, 'der so was noch nie gemacht hat' niedergerissen wurde. Mein Problem, das auch Ihres sein dürfte: Hunde dürfen -sofern nicht anders in der Gemeinde verordnet - außerhalb des Ortsbereichs frei laufen. Eine begrenzte Hilfe ist das Naturschutzgesetz, das die Besucher auf die Wege verweist. Weil gesetzliche Hilfe fehlt bzw. widersprüchlich ist, heißt es erst einmal, an die Vernunft der Hundehalter zu appellieren und sich dann den eigentlichen Sündern zuzuwenden.

Wildschaden im Wiesental
Wegen der hohen Schneelage und der Tatsache, dass den ganzen Sommer und Herbst über nur gelegentlich einzelne Sauen im oberen Weinbachtal gefährtet werden konnten, hatte ich das westliche Revier in der zweiten Hälfte 2009 ein wenig aus den Augen gelassen. Dazu glaubte ich mich sicher, dass die Sauen während langen Frostzeit nicht in den Wiesen brechen würden. Das erwies sich jedoch als fataler Irrtum. Die hohe Schneelage hatte wohl verhindert, dass der darunter liegende Boden fror und so haben die Sauen ganz munter in der zweiten Januarhälfte weite Teile des Wiesentals umgedreht.Ein schneller Ansitz mit einem in den Schnee gestellten Gartenstuhl ließ mich die Sauen zwar hören, aber nicht zu Gesicht bekommen. Eine für den nächsten Tag mit 4 Freunden angesetzte kleine Drückjagd verlief ergebnislos. Die Sauen hatten sich in der Nacht ins Nachbarrevier zurückgezogen, von wo sie, so berichtete einer der Jäger, von einer hohen Schieferhalde unserem stillen Treiben ganz cool zusahen.  

Nachdem der Schnee getaut ist, kann man den Schaden jetzt genauer besehen und vor allem auch beseitigen. Die Sauen haben zwar an vielen Stellen gebrochen, doch ist der tatsächliche Schaden weitaus geringer als  der auf den ersten Blick sich darbietende Schaden. Bei der Glättung der Schadstellen im unteren Tal zeigte sich, dass der Schaden sich optisch bis zu 10 x größer darstellt, als er tatsächlich ist. Die Schadstellen wirkten so groß, weil die Sauen den Aushub von 5 Quadratmetern auf über 50 Quadratmeter verteilt hatten.

Weil ich weiß, dass es vielen Revieren mit Schwarzwild ähnlich geht, habe ich während der Wiederherstellung der Flächen über einen praktischen Leitfaden zum Thema Wildschaden nachgedacht.  Mit dem Material, das ich inzwischen gesammelt habe schreibe ich bis zum Frühsommer ein Booklet aus der Jagdpraxis über Wildschaden. Der Titel steht schon. Die Bilder werden noch ausgetauscht. Erst will ich jedoch die Wiese wieder glätten, die Schadstellen nachsäen und festklopfen. Zur ersten Mahd wird von dem Schaden nichts mehr übrig sein.

Abschluss des Jagdjahres 2008/2009

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Immer dabei - die HK 2000. Einfach gut.

Zwei Jäger, ein Hund und drei Sauen im November

Gesellschaftsjagd war es keine, die kleine Jagd Anfang November im Revier meines Jagdfreundes. Aber mindestens so spannend und dazu auch noch sehr erfolgreich. Morgens bei der Revierfahrt zog es Champ, seine Kopovbracke,  unwiderstehlich zu einer kleinen Schwarzdornhecke nur wenige Meter seitab vom festen Feldweg. Nur widerwillig ließ sich der Hund abrufen. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass Sauen in der Hecke steckten. Während der Mittagszeit erreichte mich der Anrauf meines Freundes. Wir verabredeten uns für 15.30 Uhr, um nur kurz nach den Sauen zu sehen. Ich platzierte mich auf dem Wechsel von der Hecke zum Wald, mein Freund oberhalb der Hecke, um einen weiteren möglichen Wechsel abzuschneiden. Schnell war die Heckler und Koch geladen und schussbereit. Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, kam die Zeit für den Hund. Ohne zu zögern drang er in das Gewirr von Schwarzdörnern und vereinzelten Ginsterbüschen ein. Es dauerte nur Sekunden, bis es in der Hecke polterte. Die Sauen wichen aus und versuchten den Hund abzuschütteln. Schon stand der erste Frischling vor der Hecke. An Schießen war wegen der kurzen Distanz zu Hecke und Hund nicht zu denken. Sekunden später teilten sich die Ginstern und gaben zwei Sauen frei. die dem nahe gelegenen Wald zustrebten. Die Kopov-Bracke gleich dahinter. Während er die Bache verfolgte, näherte sich von hinten ein Frischling. Champ  gab die Verfolgung der Bache auf und trieb den Frischling in der Manier eines Border-Collies zurück in die Hecke. Drinnen drehte sich das Karussell von Sauen und Hund. Plötzlich suchte auf etwa 30 Meter von mir ein Frischling sein Heil in der Flucht in den Wald. Ein zweiter folgte. Den nahm ich ins Visier. Mein erster Schuss fiel zu hastig. Vorbei. Der zweite Schuss packte den Frischling. Er brach im Lauf zusammen. Nach und nach trieb der Hund weitere Frischlinge aus der kleinen Dickung. Hätte ich nicht immer zwei Schuss für einen Frischling gebraucht, hätte ich 6 Frischlinge erlegen können. So waren es 'nur' drei, mehr als ich jemals bei einer Jagd erlegt habe. Weil Champ nicht nur ein hervorragender Stöberer ist sondern auch ein geprüfter Schweißhund ist, konnten wir schnell ausschließen, dass eine der noch beschossenen Sauen angeschweißt war. So war uns dank eines guten Hundes ein außergewöhnlicher Jagdtag beschert.

Oktober im Revierl:   Der Mais-Keiler

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Anfang Oktober. Zunehmender Mond. Leicht bewölkter Himmel. Die Sauen besuchen jeden Abend die ausgedehnten Maisschläge. Einzelne Sauen stecken schon seit Wochen im Mais. Weil aber fürs  Wochenende Drückjagd im Wald angesagt ist, bleiben die Felder unberührt. Nur den stillen Ansitz gönne ich mir in den letzten Tagen vor der Jagd. Seit acht Uhr abends sitze ich auf der kleinen Maiskanzel am Grubenfeld. Die waldseitige Hälfte des Feldes ist gehäckselt. Ich rechne mir gute Chancen aus, Sauen, die aus dem Wald übers blanke Feld in den Maisschlag einwechseln wollen abpassen zu können. Fast 4 Stunden währt der Ansitz schon, ohne dass ich auch nur ein Stück Wild sehe. Gegen Mitternacht höre ich im Halbschlaf einen knackenden Maiskolben. Ich reibe mir die Augen. Etwa 60 Meter in Richtung des Dorfs sehe ich einen dunklen Fleck auf dem abgeernteten Maisfeld. Im Nachtglas erkenne ich ein mittelstarkes Stück Schwarzwild. zwischen den abgeernteten Maisstoppeln direkt am Schlag. Die Form weist auf einen starken Überläufer hin. Das Gewehr anlegen, das Ziel suchen und schießen war nur eine Frage von Sekunden. Im Knall bricht das Stück zusammen. Sekunden später liegt es reglos da. Die Kugel hat es mittig gefasst. Sie saß aber etwas hoch, so dass die Wirbelsäule von unten angerissen war. Ein wenig Wildbretverlust nehme ich gerne in Kauf, wenn das Stück dafür im Knall liegt. Fast wäre diese Nacht die Nacht der Nächte geworden. Ich hatte noch zweinmal Anlauf, kam aber nicht mehr zu Schuss. Ich verkniff mir angesichts der geplanten Drückjagd auch, eine im Schatten des Waldrandes auf dem Maisfeld rumorende Rotte anzugehen.  Zwei Tage später war Drückjagd. Nach einem enttäuschenden Start trafen wir dann in den Buchenrauschen auf die große Rotte. Wie es ausging berichte ich in den nächsten Tagen.

Drückjagd im Taunus

Als erstes Wild baute sich ein Hase vor der Kanzel auf. Ihm galt die Jagd nicht. Er war nur was fürs Auge. Als seltenes Wild genießt er Schonung. Am vergangenen Wochenende war ich bei Freunden in ihrem Waldrevier im Taunus eingeladen. Mehrere Reviere wurden zur gleichen Zeit bejagt. Nach Begrüßung, Freigabe-Regelung und Standeinteilung machte ich mich auf den Weg zu meiner Ansitzkanzel. Mit einer Bodenhöhe von 3 Metern stand sie in einem Buchenbestand mit auflaufender Naturverjüngung. Die Kanzel stand ein wenig abseits der großen Einstände, ließ aber erwarten, dass durchaus Wild durch die weiten Buchenverjüngungen ziehen würde. Nachdem ich die Kanzel bezogen hatte, richtete ich mich ein. Das inzwischen geladene Gewehr kam in die linke Ecke, Fotoapparat und Fernglas griffbereit auf die rechte Bankseite. Dann leuchte ich das mögliche Schussfeld einmal durch das Zielfernrohr ab.

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Dabei grenzte ich auch meinen Schussbereich ein. Für einen sauberen und sicheren Schuss sollte man unbedingt vorher eine gedachte Linie ziehen, innerhalb derer man gefahrlos und auch sauber schießen kann. So kann man den Kopf schon vorher auf kommende Situationen einstellen und wird nicht überrascht  oder gar zu leichtsinnigen Schüssen verleitet. Inzwischen hatten sich die Treiber die erste Dickung vorgenommen. Es dauert eine Weile, bis die Hunde erstmals Laut gaben und bis schließlich der erste Schuss fiel. Auf den ersten Schuss hin erhob sich vor meiner Kanzel ein Hase, der langsam sichernd der nächsten Deckung zustrebte. Inzwischen war überall Hundegeläut zu hören. An die dreißig Schüsse waren gefallen, als das Treiben stiller wurde. es sah fast so aus, als sollte ich ohne Schuss und Beute nach Hause gehen. Eine halbe Stunde vor dem festgelegten Ende der Jagd hörte ich leises Knacken und Rascheln im Buchenlaub. Ganz unbekümmert trollte ein einzelner angehender Überläufer auf Schrotschussweite an meiner Kanzel vorbei und strebte der nächsten Dickung zu. Dank guter Vorübubng war die Büchse im Nu aufgelegt, angeschlagen und ausgerichtet. Langsam fuhr ich dem Überlaufer nach, überholte ihn, wartete noch zwei Buchstämme ab und ließ die Kugel fliegen, als er auf die Lücke zwischen den nächsten Stämme kam. Mit einem leisen Klagen brach er in der Fährte zusammen und rührte sich nicht mehr. Das war spätes Weidmannsheil, dachte ich bei mir und richtete mich auf das Ende der Jagd. Es wurde ein ingesamt erfolgreicher Jagdtag. 12 Sauen und ein Schmaltier lagen am Nachmittag auf der Strecke, die anschließend ausgiebig gefeiert wurde. Die Nachsuche am Nachmittag und eine weitere Nachsuche am nächsten Vormittag  erhöhten die Strecke auf insgesamt 18 Sauen und ein Schmaltier.

Die mentale Einstellung auf den Schussbereich hat sich bewährt.
Der Überläufer kam fast wie geplant und fiel im Knall.

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Ein einfacher Spanngurt für den präzisen Schuss

Anlässlich der Jagd habe ich auch ein einfaches Patent für sicheres und bewegliches Schießen ausprobiert - den Schieß-Gurt. Nur wenige Jäger können in allen Lagen sicher freihändig schießen. Ich zähle nicht dazu. Insbesondere beim Punktschuss von der Kanzel schätze ich eine sichere Auflage des rechten Armes. Im eigenen Revier kann man sich die Kanzeln und Leitern schussgerecht bauen und einrichten. In fremden Revieren trifft man nicht immer ideale Schießbedingungen an. Da kann man sich schon einmal mit einem Schießstock oder Walking-Stock helfen. Ein solcher Stock erleichtert das angestrichene Schießen. Er kann aber auch als Behelfsauflage für den rechten Arm auf die Kanzelbrüstung gelegt werden oder zwischen den Kanzelwänden eingespannt werden. Einen Nachteil hat der Schießstock. Er ist auch in Teleskopausführung immer etwas sperrig und oft auch einfach zu laut. Kleiner, leichter und in den meisten Fällen als Schießhilfe überlegen ist ein Schießgurt. Es gibt sie als Schießgurt zu kaufen. Ein einfacher Spanngurt für ein paar Euro tut es aber genau so gut. In geschlossenen Kanzeln ziehe ich ihn über eines der Dachhölzer. Es reicht auch, ihn an einem der Tragpfosten zu befestigen. Und wenn es nur eine flache Brüstung gibt, stelle ich den rechten Fuß in die Schlinge und hole mir die richtige Schusshöhe über die Spannung des Gurtes. Das klappt prima. Unter Zug ist der Gurt so stramm, dass man die Schusshöhe perfekt einhalten kann. Und dank des Spannradius des Gurtes, kann man auch wunderbar mitfahren. Ein paar Bilder verdeutlichen das.

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Eine gute Hilfe für den präzisen Schuss von fremden Ansitzen ist der Schieß- oder Wanderstock. Er dient als Anstreichhilfe oder Auflage für den Schussarm. Besonders präzise Schüsse auch auf weitere Distanzen sind mit einem zum Schießgurt umfunktionierten Spanngurt möglich. Die hintere Höhe des Gurtes lässt sich dank der Klemme perfekt und stabil einstellen. Man kann den Gurt so einstellen, dass entweder der Schussarm oder auch der Gewehrschaft eingehängt ist. So ist die perfekte Einhaltung der Höhe garantiert. Die Feinjustierung erfolgt über die Hand, die den Vorderschaft hält oder ihm als Auflage dient. So sind wie im Schussgestell, besonders präzise Schüsse auch bei Kanzeln ohne vernünftige Auflage möglich.

Maisjagd im September

Im Augenblick können wir uns vor Sauen kaum retten. Den Fährtenbildern nach halten sich zur Zeit an die  fünfzig Sauen im Revier auf. Darunter auch mehrere Keiler. Zwei angesetzte Drückjagden blieben ohne Erfolg. Bei der dritten Drückjagd stießen wir auf eine der vier Rotten. Sie hatte sich durch ihre Wechsel über den asphaltierten Wirtschaftsweg verraten. 2 Hundeführer, 3 Kopov-Bracken, eine Finnen-Bracke und eine Wachtelhündin räumten das Maisfeld. 6 Sauen kamen zu Strecke. Ein Keiler, der oben abseits der Maisschläge in einer Schwarzdornhecke lag, entging ganz knapp der Kugel..

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Jagd im Bio-Energie-Revier: Mais - so weit das Auge reicht.  Nur schwer beherrschbar.

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Mitten zwischen 8 Maisschlägen liegt eine kleine Mähwiese mit einer Schwarzdornhecke. Unbemerkt sind die Sauen am Rande der Hecke zu Schaden gegangen. Weil keinerlei Ansitzmöglichkeit vorhanden war, habe ich auf die Schnelle eine weitere Mais-Kanzel gebaut. Bei einer Fußbodenhöhe von 2 Metern bietet sie ausreichend Überblick. Günstig für die Jagd sind zwei Saat-Ausfallstreifen, die sich wie kleine Schuss-Schneisen weit in den Acker hineinziehen. Nachdem ich das Gras und einzelne Maisstängel  abgemäht hatte, ergaben sich zwei excellente Schuss-Schneisen. Morgen wird noch eine Sitzbank eingerichtet. Dann kann die Jagd beginnen. Neben weiteren Fährten steht auch eine Keilerfährte im Mais. Für Spannung ist also gesorgt.

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Auf den ersten Blick könnte man das Trittsiegel dieses Keilers  mit einer Hirschfährte verwechseln.

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Drei Schuss, drei Sauen ...

Am vergangenen Freitag kontrollierte ich das Rehtälchen am Eingang des Reviers. Einige dunkle Flecken auf der Wiese ließen schon von der Straße aus vermuten, dass Sauen dort anfingen, die Wiese umzudrehen. Bei näherem Hinsehen zeigte sich denn auch, dass sie schon an vielen Stellen begonnen hatten, die Wiese auf den Kopf zu stellen. Ausgetretene breite Wechsel und viel abgstreifter Schlamm wies drauf hin, dass sich die Sauen hier seit einiger Zeit eingerichtet hatten. Der Platz war ideal. Mitten ein schmales feuchtes Wiesental und rechts und links ausgedehnte Dickungen. Eine davon im Nachbarrevier. Nach Absprache mit einem Freund verabredeten wir dann für Samstag ein kleines Saudrücken, das vor allem dem Training der beiden jungen Kopov-Bracken dienten sollte. Zu fünft gingen wir dann am Samstag auf die Jagd. So heißt das hier bei uns im Taunus. Drei von uns standen an den Wechseln, die anderen beiden tauchten mit den beiden dreivierteljährigen Kopovs im Dickicht unter. Zu hören war lange Zeit nichts. Einige hundert Meter weiter fiel schließlich ein Schuss. Kurz darauf wechselten knapp hundert Meter oberhalb von mir zwei Sauen über die Hangkante. Nur Sekunden später fiel erst ein Schuss, dann ein zweiter. Eine halbe Stunde später kehrten auch die beiden Hundeführer zurück. Einer von ihnen hatte einen Frischling geschossen. Zwei weitere Frischlinge waren von den angestellten Jägern erlegt. Die hatten denn auch eine berechtigte Frage an mich: 'Warum hast du denn nicht geschossen ?'  Dort, wo ich mich ursprünglich anstellen wollte, war der Rest der Rotte quer über die Wiese auf dem ausgetretenen Wechsel ausgewechselt. Hätte ich mich nicht selbst ins Abseits gestellt, hätten vielleicht noch eine oder zwei Sauen mehr erlegt werden können. Das gute Ergebnis und die drei sauberen Schüsse versöhnten aber.  Mit der einsetzenden Dämmeung ging ein ereignisreicher Nachmittag zu Ende.

Reviergang, Oktober 2007

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Nachdem inzwischen die Mehrzahl der Maisfelder abgeerntet sind, kann ich mir jetzt endlich wieder die Zeit nehmen, das Revier Stück für Stück mit dem Hund abzulaufen. Die verbliebenen 4 Maisfelder kontrolliere ich während der Anfahrt ins Revier.Wer mit aufmerksamen Augen durchs Revier geht, sieht Vieles, was man vom Auto zwangsläufig übersieht.  So sind mir die Maisäcker am liebsten: Abgeerntet als Fotokulisse.

Nachdem ich mich in den vergangenen beiden Monaten fast nur noch rund um die ausgedehnten Maisflächen und ihnen bewegt habe, war der erste Gang durch die herbstlich gelben Wälder ein ganz neues Erlebnis. Dort wo Eichen wachsen, liegen die Eicheln wie gesät unter den Ästen. Eine reiche Mahlzeit für das Wild, insbesondere für die Sauen. Alle Jäger und Forstleute, mit denen ich mich unterhalte, fürchten, dass es im kommenden Jahr wieder eine Sauenexplosion gibt. Die Vielzahl der Frischlinge, die dieses Jahr mangels Schnee den Winter und die winterlichen Jagden überlebt hat, wird nach Ansicht meiner Gesprächspartner im kommenden Jahr zu einem starken Anstieg der Population führen. Die Kombination von Eicheln und zahlreichen Gebrächstellen im Revier zeigt, dass die nimmermüden Schwarzkittel zur Zeit übers ganze Revier verteilt sind. Dabei kann ich noch von Glück sagen, dass die Sauen noch bevorzugt im Wald brechen und nur ganz vereinzelt in den Wiesen. Bei vielen Nachbarn in den Revieren zur Lahn hin, sehen die Wiesen schon ziemlich mitgenommen aus. Eicheln sind nun mal das beliebeste Futter für unsere Sauen. Leider wächst mit dem Eichelangebot auch der Appetit auf tierisches Eiweiß. Und das findet sich besonders leicht in den Wiesen.

Reviergang, 31. Juli 2008

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Von weitem betrachtet sieht das knapp 5 ha große Weizenfeld unbeschadet aus. Nur einzelne Wechsel scheinen das Feld zu durchziehen. Der Weizen ist inzwischen durchgereift. Die Körner brauchen noch einige trockenheiße Tage, dann sind sie erntereif. Lediglich im Schatten des Waldrandes sind kleine Partien noch milchreif. Zielsicher haben sich die Sauen genau diese Partien ausgesucht, um sich nachts darin am Weizen gütlich zu tun. Ebenso sieht es in einer anderen Revierecke aus.Hier nutzen die Sauen sogar den Pirschpfad zur Kanzel (Bild links, Waldecke), um komforabel und leise zum Feld zu gelangen. Weil wir wegen ständiger Abendgewitter und starken Regenfällen derzeit abends kaum ansitzen können, machen sich die Sauen dies zunutze und gehen direkt unter der Kanzel zu Schaden.
Mais-Bock oder Mais-Kanzel

Ich baue die Maiskanzel als A- und auch als H-Kanzel. Wenn die Stangen bereit liegen, kann man die kleine Kanzel in einer guten Stunde bauen. Sie ist so leicht gehalten, dass sie gut zu transportieren ist. Ihre Beine sind so hoch, dass sie ohne Maisbruch in den Acker gestellt werden kann. Sie benötigt keine Stützen. Ggf. pflocke ich sie an.

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Im Augenblick begleitet mich Finni durchs Revier. Finni ist eine Finnische Bracke. Deshalb auch der Name.
Eigentlich ist Finni kein geeigneter Hund für ein Taunus-Revier. Er gehört seiner Herkunft und Veranlagung auf einen einsamen Hof in Finnland, mitten in den weiten Niederwäldern Nordskandinaviens. Aber wie das so ist. Hundebegeisterte Jäger haben die Rasse nach Deutschland gebracht, mit ihnen gezüchtet und die Welpen dann an Interessenten verkauft, für die eine Bracke mit diesem Körperbau und dieser Veranlagung allenfalls als Welpe tauglich war. So ging es auch Finni. Damals hieß er noch Bulk und war als Welpe zu einer sehr lieben Familie gekommen, die ihm zwar Futter und Zuneigung, nicht aber artgerechte Jagd- und Lebensgewohnheiten bieten konnte. So entwickelte sich Finni zu einem üblen Hetzer. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit ging Finni auf die Jagd. Mit dem Zurückkommen ließ er sich immer mehr Zeit. Die Situation eskalierte so weit, dass sich die Familie entschloss, Finni abzugeben. Natürlich in liebe und geignete Jägerhände. Ein Freund vermittelte den inzwischen sechsjährigen Hund und so kam er 2005 zu uns in den Taunus. Finni war ein sanfter Hund und auch ein hübscher Hund.  Sein Gesicht aber war ausdruckslos und die Augen nur in die Ferne gerichtet. Ich sollte bald merken, weshalb Finni von seiner Familie abgegeben wurde. Sobald sich auch nur irgendein Lebewesen am Horizont bewegte, ging Finni auf und davon. Stunden später konnte ich ihn entweder total ermüdet abfangen oder ihn im weiteren Umkreis auflesen. Wenn er auf der Revierfahrt neben mir im Auto saß und einen Hasen oder ein Reh erblickte heulte er auf und wäre am liebsten durch die geschlossene Scheibe gesprungen.Wenn ich ihn zum Hochsitzbau mitnahm und an der Leine ablegte, schnitt er in dem erstbesten unbeobachteten Moment die Leine durch und ging auf Jagd. Nachdem er so einige Male mein eigenes Revier und das Revier in dem ich wohne durcheinandergebracht hatte und dabei Tage und ganze Nächte unterwegs war, begann ich die Geduld zu verlieren und dachte über Finnis Zukunft nach.  Doch just zu dieser Zeit begann sich Finni zu wandeln. Er hörte inzwischen auf seinen neuen Namen Finni, ließ sich von meinen 85-jährigen Vater bereitwillig täglich eine Stunde ausführen und dabei auch immer wieder einmal schnallen, ohne wegzulaufen. Kurzum: Finni entwickelte die für einen guten Hund so wichtige Gefolgschaftstreue. Und wenn er noch einmal ausbüchste, dann fand er schon nach kurzer Zeit zu mir, zu meinem Vater oder nach Hause zurück. Seine Entwicklung machte Hoffnung. Inzwischen ist Finni so weit, dass er mir unangeleint quer durch den Wald und die Maisäcker folgt, dass ich ihn mit zu den Kirrungen nehmen kann und ihn überall ablegen kann. Auch seine ersten Jagden hat er nach zweijähriger Jagdpause mit Bravour bestanden und war stets mit den anderen Hunden am Ende des Treibens bei der Meute. Sicherlich spielt dabei auch die Weisheit des Alters, das ihn langsamer macht, eine Rolle. Entscheidend ist aber, dass Finni nach langen Jahren als Solojäger ein Zugehörigkeitsgefühl zu Haus und Meute entwickelt hat.  Ich bin zwar noch immer auf dem Sprung, wenn ich mögliche Ablenkungen spüre, doch lässt er sich heute mit einem einfachen Lass das oder einem Bleib hier von einer möglichen Hetze abbringen.  Inzwischen entwickelt er auch die nötige Ruhe, um ihn im kommenden Jahr für einfache Nachsuchen einzusetzen.  Er hat die beste Nase, die ich je bei einem Hund beobachtet habe. Stundenlang konnte er einem einmal ausgesuchten Stück Wild folgen, ohne zu changieren. Ich konnte beobachten, dass er je nach Witterung noch bis zu zwei Wochen auf alte Schweißfährten reagiert. Im kommenden Sommer werde ich seine gute Nase und die inzwischen gewonnene Ruhe nutzen, um Finni in seinen alten Tagen noch für die eine oder andere Nachsuche auszubilden und einzusetzen. Ich werde Ihnen von Finni berichten, sage aber auch weiterhin, dass man Hunde, die für eine andere Geografie gezüchtet sind, nicht einfach als tauglich für die Jagd in Mitteleuropa importieren sollte. Ich denke, wir haben hier mitten in Europa genug  hervorragende für unsere jagdlichen Verhältnisse geeignete Hunde.

Auch wenn ich nur zwei Vorstehhunde geführt habe, gehört ihnen meine große Liebe. Leider gibt es bei uns im Taunus kaum mehr Arbeit für einen Vorstehhund. Gewinner der Veränderungen der Agrarlandschaft sind - zumindest hier bei uns im Mittelgebirge - die tschechischen Bracken, die Kopovs. Sie sind sanft, handlich und exzellent im Stöbern und dabei auch noch gute Nachsuchenhunde. Drei meiner Freunde führen inzwischen Kopovs. Ich werde Ihnen diese Hunde demnächst ausführlich vorstellen.

Kurz und bündig!  Kurz und führig ! Immer dabei:
Die perfekte Revier-Waffe für viele jagdliche Situationen: Die HK SLB 2000.

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Wild im Revier

Auf diesen Seiten berichte ich vom jagdbaren Wild, insbesondere vom Wild in unserem Revier. Kommen Sie mit hinaus ins Revier. Die Aufnahmen haben in aller Regel nicht die Qualität der Aufnahmen professioneller Wildfotografen. Ich schieße die Aufnahmen unter meist schwierigen Lichtbedingungen auf Pirsch und Ansitz und dazu auf Entfernungen, bei denen das Wild nicht gestört wird.

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Hier sind zwei verschiedene Aufnahmen des Schmalrehs zu einer Aufnahme zusammegestellt.

Im Schutz der Getreidehalme glaubt sich dieses Schmalreh absolut sicher. Diese Aufnahmen gelangen mir auf eine Distanz von sechs, sieben Metern. Nach 10, 12 Aufnahmen wurde das Schmalreh doch langsam misstrauisch und sprang ab in das nahe Maisfeld.

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Die lauscherhohen Stänglein und viel Raum zwischen den Lauschern lassen auf einen gut veranlagten Jährlingsbock schließen. Der kann sein Leben noch ein paar Jahre genießen.

Frischlinge
Anfangs dachte ich an einen jagdlichen Fehlschuss, als die sieben Frischlinge ohne Bache an der Kirrung aufkreuzten. Vor einigen Tagen konnte ich die kleinen Kerle aber dann doch zusammen mit ihrer Mutterbache beobachten, allerdings wegen des fehlenden Lichtes nicht mehr fotografieren. Bei den Frischlingen handelt es sic um eine kesse aber auch sehr lebenstüchtige Bande. Tag für Tag dehnten sie ihre Streifzüge rund um den Einstand ihrer Mutter im Hintergrund aus. Dabei verhielten sie sich schon wie erfahrene Schwarzkittel. Sie sicherten, windeten, drängten sich zusammen oder sprengten blitzartig auseinander, wenn sie Gefahr vermuteten. Ich habe sie manche vergnügliche Stunde beobachtet, aber auch daran denken müssen, dass wir uns in nicht ferner Zeit im Mais als "Feinde" gegenüberstehen werden.

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Dort hinten in den hohen Fichten ist eine der Kirrungen angelegt. Über Sommer nutzen wir die Kirrungen fast ausschließlich als Ablenkungsfütterung. Diese Haltung hat sich bewährt und Wildschaden im Frühjahr vermieden. Schon am frühen Abend stellten sich hier die Frischlinge ein und knabberten an den ausliegenden Maiskörnern.
Starke Sauen im Revier zu fotografieren, ist zumindest im Augenblick so gut wie unmöglich. Deshalb greife ich bei starken Sauen auf Bilder zurück, die ich im Weilburger und im Braunfelser Tierpark aufnehme.

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Immer wieder fährten wir Rotwild in unserem Revier, gelegentlich kommt Rotwild auch zum Anblick, ein Stück Kahlwild kam auch schon zur Strecke, doch Aufnahmen vom Rotwild gelangen mir bisher nicht. Deshalb greife ich vorläufig auf Bilder zurück, die ich nicht weit entfernt von unserem Revier im Weilburger Tierpark aufgenommen habe.

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Wo die beiden einträchtig jagen, haben Hasen ihre Chance verloren:

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Bilder vom Hasen sind so selten zu schießen, wie der Hase inzwischen in unserem Revier vorkommt. Früher galt das Revier als ein hervorragendes Hasenrevier für Taunus-Verhältnisse. Fünfzig, sechzig Hasen waren für die herbstlichen Treibjagden die Regel. Heute hat sich viel geändert.  Hasen treten vereinzelt auf, Flugwild kommt nicht mehr vor.  Füchse sind die auffälligsten und am häufigsten anzutreffenden Vertreter des Raubwildes in unserem Revier. Neben Fuchs und Dachs kommen Wiesel, Baum- und Steinmarder vor. In einigen Revierteilen scheint auch die Wildkatze heimisch zu sein.  Bei günstigem Schnee stößt man gelegentlich auf ihre Spuren. Ebenso wie die Wildkatze, lassen sich in einzelnen Revierteilen auch Waschbären fährten. Im südöstlichen Revier gibt es eine Ecke mit Karnickeln, die vor zwei Jahrzehnten ein Falkner hier angesiedelt hat.

Von Pirsch, Ansitz, Treiben und Drücken

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Die Basis für diese  Foto-Montage entstand im Weilburger Tierpark.

Als jugendlicher Naturfreund, als tatendurstiger Treiber und später Jungjäger waren für mich die Treibjagd und die ihr ähnliche Drückjagd die spannendste Art, Wild zu jagen. Inzwischen ist die wilde Passion einer rationaleren Passion gewichen, die den Ansprüchen des Wildes und den jagdlichen Gegebenheiten eher Rechnung trägt.

Eigentlich ist mein 770 ha großes Jagdrevier so groß, dass man alle Jagdarten ausüben kann. Wegen der geringen Hasenbesätze verzichten wir hier im Taunus schon lange auf die früher geliebten Treibjagden. Aber auch die Pirsch stößt in meinem Revier weniger an die Grenzen des Reviers als an ihre Möglichkeiten. Pirschen ist nur in den Revierteilen und zu den Zeiten sinnvoll, wenn Wild anlässlich der Pirsch nicht gestört wird. In allen anderen Fällen ist die Ansitzjagd die Jagd der Wahl. Vertretbar und gut anwendbar ist jedoch auch die Ansitzpirsch. Angesichts der zahlreichen Spaziergänger, Jogger und Walker auf festen Wegen kann man diese auch als Jäger sehr gut für die Pirsch nutzen. Ich baue deshalb die Ansitzeinrichtungen auf den guten Rat eines alten Försters und Freunde stets sehr nah an häufig begangene Wege. So komme ich meist ohne große Störung hin zum Ansitzplatz und auch wieder weg. Mehr zu Pirsch, Ansitz, Treib- und Drückjagd nach und nach auf dieser Seite.

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Ansitz auf der Holunderkanzel

Im April haben wir die Holunderkanzel gebaut. Sie steht ein einen halben Büchsenschuss weg von unserer schönsten Dickung im Revier. Mit einer Augenhöhe von sieben Metern bietet sie einen wunderbaren Einblick in die Ausläufer der Dickung und den aufkommenden Jungswuchs. Ihr Standort ist so gewählt, dass wir dem Wild nicht zu nahe auf die Decke bzw. Schwarte rücken. Die Kanzel ist von einem viel begangenen Wanderweg gerade mal 50 Meter entfernt. So kann sie ohne allzu viel Störung bezogen und verlassen werden. Die Holunderkanzel liegt an einem Rückeweg vor unserer größten Dickung, nur wenige Meter abseits eines viel begangenen Wander- und Joggerweges. Von oben eröffnet sich ein traumhafter Rundblick in die aufkommenden Dickungsränder.

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Groß war die Beunruhigung aber wohl nicht, denn eine halbe Stunde später trat das Kitz zusammen mit seinem Geschwisterchen 50 Schritte vor der Kanzel auf den Rückeweg und naschte am Klee des Wegrandes. Gestern abend fand ich endlich Zeit und Muße für meinen ersten Ansitz auf der Holunderkanzel. Immer wieder hielt ich inne, um kein Stück Wild zu übersehen. Doch alle Vorsicht war vergebens. Kurz vor der Kanzel polterte ein Stück Wild weg, um gleich hinter der Fichte wieder zu sichern. Ein Kitz hatte direkt unter der Kanzel geruht. Aug in Aug stande wir uns auf wenige Meter gegenüber. Vielleicht war ich der erste Mensch, den es in seinem jungen Leben sah. Obwohl ich starr wie eine Salzsäule stand, sprang das Kitz schließlich ab. Vorsichtig stieg ich die Sprossen der Kanzel hinauf und richtete mich für den Ansitz ein.

An diesem Abend schien das halbe Dorf durchs Revier zu joggen. Immer wieder hörte man schon von ferne die Tritte der Jogger auf dem losen Splitt des Wanderweges. Einer muss wohl verloren gegangen sein, weil dicht darauf zwei Autos suchend den Weg entlang fuhren. Erst gegen neun trat Ruhe ein. Ein älteres Ehepaar, ich kenne sie schon aus der Schulzeit, walkte mit schweren Schritten und ungelenk eingesetzten Stöcken durch den Wald. Ich konnte ihren weiteren Weg am Schrecken des Rehwildes verfolgen.

In der Zeit der Unruhe unterhielt mich ein Hase. Seiner Statur nach war es ein Dreiläufer, der den Weg nach leckeren Kleeblättern absuchte. Wenn im nächsten Jahr die letzten hohen Fichten gefallen und geräumt sind, werde ich den Weg fräsen lasssen und mit Klee einsäen. Während ich noch über die Anlage des Weges nachdachte, traten am hinteren Rand des Rückeweges erneut die Kitze aus, gefolgt von der Ricke. Langsam zogen sie den Weg herauf bis fast unter die Kanzel.

Links von mir - für ihre Vorstellung im mittleren Bild des Panoramas  - kam Unruhe auf. Unter den vereinzelten Jungbäumen im hohen Gras knackte es. Die Sauen machten sich auf. Sorgsam glaste ich die geräuschvolle Ecke ab, ohne auch nur einen Schwarzkittel zu Gesicht zu bekommen. Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis ich die ersten Frischlinge für einen Augenblick sah. Langsam zog die Gesellschaft, immer lauter werdend,   in Richtung der Holunderkanzel. Unter der Kanzel, die direkt am Weg steht, verharrten sie. Wahrscheinlich störte sie mein vom Anweg hinterlassener Duft. Die ganze Gesellschaft wurde einen Moment still, um dann abzubiegen und dicht an der Kanzel vorbeizuziehen, auf der Suche nach einem sicheren Wechsel über den Weg, Ich wusste, wo sie den Weg überqueren würden. Deshalb stellte ich das Glas schon auf diese Ecke ein. Es dauerte nicht lange, das wechselte das erste Stück über den Weg, gefolgt von mehreren rotbraunen Frischlingen. Es war die kleine gescheckte Bache, deren Mutter bei der letzten Drückjagd erlegt wurde. Wie ein Schatten huschte eine zweite Bache über den Weg, zusammen mit Frischlingen, die kaum über 2 Kilo wiegen konnten. Ein schöner, wenn auch schneller Anblick.  Dennoch kam auch ein wenig Wehmut auf, war das Bild doch auch ein Spiegel der Art und Weise, wie wir mit unserem Schwarzwild umgehen.

Als Rehe und Sauen ihren Weg zu ihren Äsungsplätzen gefunden hatten, machte ich mich mit der aufziehenden Nacht auf den Heimweg.

Mein erster Bock im neuen Revier

 

Nachdem drei meiner Jagdfreunde ihren ersten Bock schon geschossen hatten, drängten sie mich, doch endlich auch meinen ersten Bock im neuen revier zu erlegen. Ich gehe die Jagd inzwischen aber lieber gemächlich an und warte gerne den Beginn der Blattzeit ab. Im Mai haben die Ricken ihre Setz-Reviere abgesteckt. Sie brauchen ausreichend Raum, um ihre Kitze sicher und ungestört setzen und aufziehen zu können. Für ihre Söhne und Töchter vom letzten Jahr haben die Ricken dann keinen Nerv mehr. Mit groben Angriffen vertreiben sie die Kinder vom letzten Jahr. Dann kehrt Ruhe ein. Man sieht die Ricken in den kommenden Wochen sehr zuverlässig zu festen Zeiten und an festen Plätzen im Revier äsen. Wo erfahrene Ricken stehen, werden sich auch die besten Böcke einstellen. Mitte Juli gesellen sich die Böcke für den kurzen Zeitraum der Brunft zu den Ricken. Einträchtig sieht man sie dann nebeneinander in den Wiesen stehen und äsen. Dabei ist die Ricke stets doppelt aufmerksam. Es ist interessant, wie sie sich selbst sichert, ihr Kitz im Auge behält und gleichzeitig auch noch ein waches Auge für den sie begleitenden Bock und die Umgebung hat.

Mitte Juli habe ich meinen ersten interessanten Bock im Revier gesehen. Zusammen mit der Ricke äste er frühmorgens im Wiesental unterhalb des Dorfes. Den wollte ich mir genauer anschauen, den wollte ich, wenn er aus der Nähe betrachtet alt und stark genug war, auch erlegen. I

Weil am Morgen und auch am frühen Mittag keine Zeit für die Jagd war, konzentrierte ich mich auf den Abendansitz. Gegen 17 Uhr Sommerzeit packte ich meine Sachen. Neben Büchse und Glas nahm ich einen Ansitzstuhl und einen Zielstock mit, weil es unten im Tal weder Ansitzleiter noch Schirm gibt. Am Ziel angekommen machte ich mich zu Fuß auf den Weg in den Wiesengrund. Beim Angehen übersah ich die Ricke, die argwöhnisch aus der Deckung des hohen Krautes jeden meiner Schritte von der gegenüberliegenden Talseite verfolgte. Bloß jeden Blickkontakt vermeiden. Tu so, als hättest du sie nicht gesehen, sagte ich zu mir und ging einfach weiter. Die Ricke zog sich in die Deckung des Waldes zurück. Diese Zeit nutze ich, um mir in der Nähe des Bachlaufes einen Ansitzplatz hinter einem dicken, gegabelten Feldahorn zu suchen. Nun begann eine lange Zeit des Wartens. Die erste Chance hate ich vertan. Zur nächsten Äsungsperiode gegen 20 Uhr traten Ricke und Kitz weit unterhalb meines Ansitzplatzes aus dem Wald. Anzusprechen waren sie gut, doch unerreichbar für die Kugel. Ich hatte mich aber schon darauf eingerichtet, den Bock notfalls totzusitzen. So konnte ich mit Ruhe und Muße die letzte Äsungsperiode vor Einbruch der Dämmerung abwarten. Gegen halb zehn trat die Ricke auf etwa 50 Schritte aus dem Schutz des Waldrandes auf die Wiese und begann zu äsen. Immer wieder sicherte sie zwischendurch. Weiter oben trat ein Schmalreh aus der Deckung, vermutlich ihr Kitz vom letzten Jahr. Langsam ästen die beiden Stücke aufeinander zu. Als die Distanz zu gering wurde, machte die Ricke einen Ausfall und trieb das Schmalreh fort aus dem Lebensbereich ihres Kitzes. Aus, das war's. In Gedanken machte ich mich schon auf den Heimweg, als ich am Waldrand einen roten Fleck gewahrte. Ich reckte mich ein wenig über das hohe Gras des Bachrandes. Die Ricke war wieder ausgetreten. Ständig äugte sie zurück zum Waldrand. Entweder wartet sie auf ihr Kitz oder auf den Bock. Ein zweiter roter Fleck erscheint am Waldrand. Der Bock. Deutlich überragt das Gehörn die Lauscher. Nun heißt es genau hinschauen. das achtfache Glas zeigt einen starken Gabler mit tief angesetzter Vordersprosse und hoher Mittelsprosse. Keine Vereckung weist auf eine dritte Sprosse hin. Die Rosen stehen dicht zusammen und füllen den ganzen Raum zwischen den Lauschern aus. Von der Figur her handelt es sich um einen mittelalten, drei- bis vierjährigen Bock. Die Entscheidung fällt schwer. Erlegen oder leben lassen. Angesichts der Nähe zur stark befahrenen Straße fällt die Entscheidung für die Jagd. Ich gehe zwischen den beiden Stämmen des Ahorns in Anschlag, bringe das Absehen ins Ziel und und komme sauber hinter dem Blatte ab. Mit krummem Rücken geht der Bock ab. Wenige Fluchten  hinter dem Anschuss bricht er zusammen. Schuss und Geschoss haben gute Wirkung getan. Die Trophäe ist ein guter Start in die neue Jagdzeit. 

Ansitz in der Weiherwiese

Lange Zeit habe ich nicht mehr in einer der schönsten Revierecken, der Weiherwiese gesesssen. Ein Grund war, dass sich die alte Kanzel im Frühjahr um über 20 cm in den weichen Boden der sumpfigen Weiherwiesen abgesenkt hatte. Nachdem es im frühen Sommer etwas abgetrocknet war, machte ich mich mit der Motorsäge daran, das Gerüst der alten Kanzel wieder geradezustellen. Dazu schnitt ich die höher stehenden Stützpfosten scheibenweise solange ab, bis die Kanzel wieder im Blei, also waagrecht war.  Zur vorläufigen Sicherheit zog ich noch einen Mittelholm in die Leiter ein und überarbeitete noch die Podestbrüstung. Nach diesen ersten Maßnahmen ist die Kanzel wieder gefahrlos zu besteigen und zu nutzen.

In der letzten Juli-Woche machte ich mich dann auf den Weg, um mal zu sehen, was sich in den Weiherwiesen tut. Der Tag war heiß, der Abend wunderschön mild, die Wiesen nach der ersten Mahd wieder grün. Da musste es doch guten Anblick geben. Es wurde dann auch ein interessanter Ansitzabend. In der oberen Wiesenspitze ästen eine Ricke und ein vermutlich dreijähriger Bock, direkt vor der Kanzel trieb ein in Wildpret und Körperbau ungewöhnlich schwerer Knopfbock ein Schmalreh. Am unteren Rand des Feuchtgebietes der Weiherwiesen trat,   leider zu spät zum Fotografieren, ein weiteres Schmalreh in Begleitung eines mehrjährigen Spießers mit schwacher Vordersprosse aus..

Als sich im angrenzenden Wald gegen 10 Uhr die Sauen rumpelnd auf den Weg zur Suhle machten, packte ich Kamera und Glas und machte mich auf den Heimweg.

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