Erdsitze
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Erdsitze

Wie Erdsitze geplant, platziert, errichtet und für die Jagd genutzt werden,
beschreibe ich in diesem Kapitel.

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Oben sehen Sie Bilder von 4 verschieden Erdsitzen. Über Sinn, Zweck, Vor- und Nachteil und Konstruktion der einzelnen Varianten lesen  Sie demnächst.

Mobile Ansitzwagen ...

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... sind ein As im Ärmel bei der Jagd. Sie lassen sich schnell und einfach an jedem Platz aufstellen und bieten guten Ansitzplatz auf Bock, Hirsch und zu Schaden gehende Sauen. Auch für die Jagd auf weibliches Rehwild  in der rauen Herbstzeit und den Eisfuchs im Januar ist der Ansitzwagen eine gute Alternative.

Der Natur-Schirm

Keine andere Ansitzart verbindet den Jäger so mit der Natur . Weil diese Art von Sitzen immer die Gefahr mit sich trägt, daß Jäger und Wild direkt zusammenstoßen, ist die Auswahl geeigneter Standpunkte ungemein wichtig.

Grundsatz muß sein : Richte den Tiefsitz immer so ein, daß Jäger und Wild möglichst nicht zusammenstoßen. Ideal steht der Tiefsitz, wenn das Wild beispielsweise auf dem Gegenhang austritt oder steht, wenn es auf der gegenüberliegenden Seite der Blöße austritt, wenn also entweder genügend Zeit zum Ansprechen und eventuell zum sicheren Schuß bleibt, oder wenn genügend Zeit bleibt, sich noch rechtzeitig abzusetzen.

Zum Schirm führt immer ein gepflegter Pirschpfad, sofern der Schirm nicht direkt am festen Weg liegt. Der einfachste Schirm ist der Naturschirm, also eine nach unserem Bedarf gestutzte kleine Buschgruppe, hinter der wir auf unserem Sitzstuhl Platz beziehen können. Wir schneiden die Buschgruppe, die Hecke nur so wenig wie möglich. Bevor wir freischneiden, überlegen wir, ob nicht Äste einfach ein wenig nach unten oder zur Seite gebunden werden können. Wer eine sichere Auflage benötigt, kann sich hinter dem Busch eine kleine Dreieckskonstruktion einrichten,um einen sicheren Schuß auch über weitere Entfernung abgeben zu können.

Wo kein passender Busch, keine Hecke oder kein Strauch vorhanden sind, helfen wir uns mit abgeschnittenen Ästen, die wir entweder in den Boden stecken oder in unsere Schirmbrüstung, soweit wir eine gebaut haben, einflechten. An günstigen Stellen kann man sich, wenn es die Sicht - und Revierverhältnisse gestatten, durchaus auch mit einem etwas komfortableren Schirm oder Bodensitz behelfen und kann unter Umständen auf den aufwendigen Bau von Kanzeln oder Leitern verzichten.

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Zwei Schirme für unterschiedliche Zwecke. Links ein Ansitzschirm für den Ansitz in einem lang gezogenen Wiesental, rechts ein auf Abfallstangen konstruierter Bodenansitz, der vor allem im Drückjagdbetrieb besetzt wird. Im jagdlichen Alltag ist ein solcher Sitz mitten im Bewegungsraum des Wildes nicht zu empfehlen. Wenn Wild bei schlechtem Wind zu dicht auf diesen Sitz aufläuft und den ansitzenden Jäger wahrnimmt, flüchtet es in größter Panik und wird diesen Platz auf lange Zeit meiden und in weitem Bogen umgehen.  Bodenansitze sollten deshalb stets außerhalb des direkten Bewegungsraumes des Wildes errichtet werden.

Besonders, wenn der Hund den Jäger gelegentlich zur Jagd begleiten soll, ist der geräumige Bodensitz hervorragend für beide geeignet.  Die Abmessungen für den Bodensitz wählen wir genau so wie für einen Kanzelaufbau. Ob wir den Bodensitz mit Brettern verschalen oder ob wir Zweige, Gestrüpp und Moos in ein Drahtgeflecht einbringen, ist eine persönliche Frage.

Damit der Bodensitz nicht allzu weit herausschaut, ist es zweckvoll, an seinem Unterteil Laub, Steine oder Erde aufzuschütten. Vorher sollte allerdings eine Lage Pappe herumgelegt werden.

Aus dem vorher beschriebenen Bodensitz wird leicht ein Erdsitz, der fast ganz, also bis hin zur Brüstung im Erdreich verschwinden kann, wenn wir seinen geplanten Standplatz etwa 40 bis 50 cm in den Erdboden oder Hang einarbeiten.Schütten wir dann noch Laub, Gras .... Äste um den Sitz herum auf, oder werfen wir allerlei Reisig auf sein Dach, so fällt unser Bodensitz kaum noch auf.  Zudem staunen wir bald, wie warm es in solch einem Erdsitz ist, wenn draußen eisiger Winter herrscht.

Wir können den Erdsitz ebenso wie die Kanzel mit Klappfenstern ausstatten und sind so zu einem guten Teil von schlechtem Wind unabhängig.

In meinem Archiv liegen Skizzen für verschiedene Varianten von Erdsitzen. Die Konstruktionszeichnungen werden in rechtzeitig für die Zeit zwischen den Jagdzeiten hier publiziert. Vorab noch ein paar Bilder:

Diesem Anspruch entspricht der überdachte Ansitzschirm in der Böschung eines Wirtschaftsweges. Dieser Erdsitz ist direkt am Fuße eines viel begangenen Waldweges angelegt. Mit wenigen Schritten gelangt man ohne weitere Störung von dem befestigten Waldweg hinunter zum Erdsitz. Weil man das Tal weithin überschauen kann, läuft man auch nicht auf Wild auf. Der Einstand des Wildes liegt jenseits der Wiese im ansteigenden Berghang. Das Wild tritt mit aller Vorsicht auf der gegenüberliegenden Talseite aus. Damit ist die Störungsgefahr wesentlich geringer als bei dem Ansitzschirm im Altholz. Das Dach schützt vor Regen, Schnee und vor einfallendem Licht. 

Nicht immer sind hohe Leitern und Kanzeln für die Jagd erforderlich.
Je nach Gelände und Jagdanlass - z.B. anlässlich von Drück- und Bewegungsjagden - tut der Jagd-Bock gute Dienste. Er verschafft Übersicht, ermöglicht einen sichereren Schuss
und ist komfortabler als ein Jagdstock.

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Dieser dreiständrige Ansitz ist ideal für den Ansitz im offenen Bestand. Die niedrige Sitzhöhe prädestiniert ihn für den Ansitz bei Bewegungsjagden. Er gibt Übersicht, angenehmen Sitzkomfort und sichere Möglichkeiten auf kurze und auch weitere Distanzen zu schießen.

Ich habe das Prinzip auf einen Getreide-Schaden-Sitz übertragen. Die kleine Dreieckskanzeln ist schnell zu bauen, leicht zu transportieren und ist schnell an jagdlichen Brennpunkten aufgestellt.

Dreibein oder Dreibock - Vorbereitung auf die Mais-Aussaat

In wenigen Wochen werden in unserem Revier über 60 Hektar Mais ausgesät. Wir sind schon jetzt dabei, uns auf die kritischen ersten 14 Tage nach der Aussaat vorzubereiten. Die Zäune werden gerichtet und eine Reihe kleiner Ansitze gezimmert.

Weil die Feldflächen relativ flach sind, haben wir uns für den Bau von Dreibein-Kanzeln mit einer Bodenhöhe von 2 Metern entschieden. Mit einer Brüstungshöhe von 3 Metern sind diese kleinen Kanzeln noch problemlos auf einem PKW-Anhänger zu transportieren. Sie sind so konstruiert, dass sie in kürzester Zeit an allen Brennpunkten des Reviers eingesetzt werden können. Wir können sie als schnellen Ansitz für die Bockjagd ebenso nutzen wie für die winterlichen Ansitz-Drückjagden..

Zuerst schneiden wir die notwendigen Stangen. Um Gewicht zu sparen, nutzen wir möglichst nur trockene Fichtenstangen mit einem Durchmesser von etwa 12-8   Zentimetern. Für einen Dreibock brauchen wir 4 Standstangen a 3 Meter, 9 Querhölzer a 1,50 m, 2 Sitzauflagen a 1,50 m  und 3 Streben a 2 Meter. Summa brauchen wir damit rund 40 m Stangenholz.

Bauanleitung:
( Die Bilder stimmen noch nicht exakt mit der Bauanleitung überein. Das liegt daran, dass ich beim Bau der ersten drei Dreibeine noch experimentiert habe. Nach dem ersten Exemplar baue ich weitere 3 Dreibeine. Dann wird jeder Handgriff und jedes Phasenbild sitzen. )

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Stabil und mobil:
Bis auf die Tritt- und Sitzbretter ist unser Dreibock fertig. Um ihn leichter transportieren und aufrichten zu können, empfehle ich, die Sitz- und Trittbretter separat zu fertigen. Der Dreibock ist in sich so stabil, dass er problemlos transportiert werden kann und vielfach genutzt werden kann.

Der 2-Stunden-Sitz
Für einen kräftigen Mann ist es kein Problem, den Dreibock alleine zu transportieren und aufzurichten. Bei der Herstellung des Dreibeins habe ich einmal auf die Uhr gesehen: Für das Schneiden zu Zuschneiden der Stangen habe ich 1 Stunde gebraucht, für die Konstruktion 1 weitere Stunde.

Zuerst legen wir die 3 Standstangen aus und markieren die Nagelstellen für die Auflagehölzer mit einem kleinen Strich der Motorsäge. Markieren Sie die Stangen bei 290 cm, bei 190 cm und bei 50 cm. von der Brüstungshöhe aus gesehen. Im nächsten Schritt legen wir zwei Standstangen ca 150 cm auseinander und nageln die ersten 3 Traghölzer entsprechend der Markierung auf. Dann richten wir die Konstruktion rechtwinklig aus und stabilisieren das untere Rechteck mit einer Strebe.  Die so gebildeten Dreiecke stabilisieren die Konstruktion verlässlich.

Danach drehen wir den Rechteckrahmen um und nageln beidseitig wie abgebildet die restlichen Traghölzer frei mit 145mm-Stiften auf. Nun kippen wir die Konstruktion auf die Seite und nageln den 3. Tragholm passend ein. Dazu müssen wir nicht mehr messen. In die Mitte des unteren Feldes nageln wir nun die 4. Standstrebe ein. Sie dient zum einen als Sprossenauflage, zum anderen als Stütze für den Einstieg. 45 cm oberhalb der Bodenstreben nageln wir noch die beiden Sitzauflagen an. Dabei lassen wir die Einstiegsseite frei. Mit zwei weiteren Diagonalstreben versteifen wir die Konstruktion, achten aber vor darauf, alle Hölzer winklig auszurichten.Bis auf die Tritt- und Sitzbretter ist unser Dreibock nun fertig. 

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Es ist schlechthin unmöglich, überall dort, wo Wild bejagt werden soll, feste Ansitzleitern oder Jagdkanzeln zu errichten. Eine gute Lösung sind hier mobile Ansitzeinrichtungen.
Mobile Erdsitze, mobile Ansitzleitern und Jagd-Wagen.